Ossendorf ist senffrei

Ossendorf ist senffrei

Wenn Städte wie Köln aus der Sommerpause erwachen, tummeln sich die interessanten Veranstaltungen im Kalender. Mein Veranstaltungsstart im „Indian Summer“ war dieses Jahr das barcamp in Köln. Fast ein Heimspiel, denn der Veranstaltungsort lag in Ossendorf. Von Nippes aus mehr als ein Katzensprung, aber immerhin ist mir die Richtung aus zahlreichen IKEA-Besuchen geläufig.

qsc-2014

Seit über einem halben Jahr hatte ich den Termin bereits in meinem Kalender. Genauso so lange stand auch meine auf einem Iron-Blogger Treffen Zusage im Raum, über Evernote eine Session zu halten. Normalerweise gehöre ich zu den Menschen, die anstehende Aufgaben zeitnah erledigen. In diesem Fall schob ich jedoch die Planung meiner Session vor mich her. Über Monate. Ein paar Ideen hatte ich mir zwar recht früh schon notiert, aber die Ausarbeitung, wenn man so will, stand aus. Einen Tag vorher, also am Freitag, genauer gesagt am späten Nachmittag, schaffte ich es endlich, mich aufzuraffen. Dabei stand es auch auf der Kippe — längst war ich mir nicht mehr sicher, ob ich überhaupt diese Session wirklich abhalten wollte.

Der übliche Ablauf eines barcamp sieht wie folgt aus. Lockeres ankommen in einem Korridor von mindestens einer Stunde, Check-In, Kaffee besorgen, die ersten bekannten (und /oder interessanten) Gesichter treffen. Dann die offizielle Begrüßung durch die Veranstalter, Erwähnung der Sponsoren, die das barcamp erst möglich gemacht haben so wie die obligatorische Vorstellungsrunden mit allen Teilnehmern. Genannt werden hier neben dem eigenen Namen drei Hashtags (=Schlagwörter), denen man sich zuordnen würde und die anderen ermöglichen, einen groben Eindruck zu bekommen. Dann erfolgt die Sessionplanung. jeder Teilnehmer kann im Prinzip eine eigene Session zu einem Thema anbieten. Er stellt das Thema kurz vor, schätzt ab, wie groß das Interesse ist (wichtig für die Raumgröße) und hängt anschließend einen Zettel mit dem Titel der Session an eine große Pinnwand, die in Räumen und Zeiten unterteilt ist. Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht dann so aus, dass man entweder an einer Session teilnimmt oder diese hält. Da meine Session erst um 17 Uhr stattfand, suchte ich mir für die Zeit bis dahin ein paar der für mich interessant klingenden Sessions aus:

  • Zubereitung von Filterkaffee — Session des Sponsors sonntagmorgen.com
  • Sind Legastheniker Zombies?
  • Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten, Weitergehen – Scheitern als Chance
  • Coperated Blogs
  • Evernote — mein Vortrag, mit den Folien bei Slideshare an dieser Stelle

Um 18 Uhr gab es dann im kleinen Kreis noch ein Whiskey-Tasting mit vier Sorten, darunter Laphroaig, einer meiner persönlichen Lieblinge. Das Büfett nach dem Tasting, vielleicht nicht so die richtige Reihenfolge. Grundlagen kann man aber auch hinterher schaffen und vom Büfett war zum Glück genügen vorhanden. Was jedoch definitive fehlt für Würstchen und Frikadellen war der obligatorische Senf (Wink mit dem Zaun…). Hilfreich wären wohl hinterher Tupperdosen gewesen, so viel wie über geblieben ist bei Essen. Vielleicht sollte man bei barcamps auch Tupperware als Sponsor gewinnen. Eine Session hätte sicher zudem regen Zulauf.

Nach einer gefühlt viel zu kurzen Nacht ging es am Sonntag weiter. Etwas Fahrrad fahren bis zur Haltestelle Nußbaumerstraße, zum Zeit sparen und „akklimatisieren“ war ganz gut.

Für mich gab es dann aber nur zwei Sessions, da ich den noch anders eingeplant war zu Hause:

  • Prozessoptimierung im Krematorium
  • Gamification

„Gelernt“ in den zwei Tagen habe ich, wie schnell mein iPhone leer sein kann. Wie wunderbar sich mit dem iPad präsentieren lässt, dass dicke Menschen sich auf Grund des stärkeren Fettanteils besser einäschern lassen und welches Genusspotential in Kaffee steckt. Parkplätze für Fahrräder kenne ich ja aus unserer autofreien Siedlung, aber einen Becherparkplatz, den lernte ich auf dem barcamp zum ersten Mal kennen.

Großes Lob und herzliches Dankeschön an das ganze Orga-Team und die Sponsoren — verbunden mit der Hoffnung auf ein barcamp in Köln auch im nächsten Jahr.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren