Figurentwicklung mit Taskpaper

Figurentwicklung mit Taskpaper

Über Aufgabenverwaltung, so genannte To-Do Listen, habe ich mir hier im Blog schon häufiger Gedanken gemacht. Dabei habe ich auch so einige Ansätze und Applikationen ausprobiert. Gelandet bin ich letztendlich bei Evernote, mit dem sich auch Aufgaben verwalten lassen, dank der Reminder-Funktion. Das ist zwar nicht perfekt, reicht aber zumindest für meine Bedürfnisse vorerst aus.

taskpaper-22-08-2014

Von Zeit zu Zeit schaue ich allerdings über den Tellerrand, auf der Suche nach einer Möglichkeit, Aufgaben noch besser zu verwalten. So bin ich erst vor kurzem erneut über Taskpaper gestolpert. Die komplette Aufgabenliste, auch mit mehreren Projekten ist dort nichts anderes als eine reine Textdatei. Das schränkt zwar auf der einen Seite ein, da es out-of-the-box keine Anbindung an Erinnerungen und einen Kalender gibt, gleichzeitig hat dieses System durchaus Charme. Vor allem aber gefällt die dahinter liegenden Philosophie: Bei so etwas wichtigem wie einer Aufgabenverwaltung sollte man keinen proprietären Formaten vertrauen. Eine Taskpaper-Datei lässt sich mit jedem Texteditor öffnen, lesen und bearbeiten.

Auch wenn der Entwickler selber die Entwicklung einer eigenen iOS-Version eingestellt hat (um sich ganz auf die Mac-OS X Version zu konzentrieren), gibt es einige Apps, die auf Taskpaper basieren. Dazu gehört auch mein derzeitige Lieblingseditor Editorial. Nach dem ich mit etwas mit Taskpaper beschäftigt hatte, stand für mich fest, dass ich damit keine Aufgabenverwaltung machen werde. Evernote ist hier für mich derzeit praktischer. Dennoch finde ich Taskpaper extrem spannend aus der Sicht als Autor. Taskpaper eignet sich auch hervorragend aus günstiger Outliner für Schreibprojekte.

Sicher, einen Outline-Modus bietet auch Scrivener (für das Programm gibt es ja noch immer keine iOS-Version…), aber wenn man unterwegs ein paar Ideen skizzieren , fehlt eine App dafür. Es gibt zwar Apps wie Story Skeleton, die aber keine vernünftige Synchronisierung bieten. Zudem wird hier in eigenen Datei-Formaten gespeichert. Was für Aufgabenlisten gilt, trifft genauso für Romanprojekte zu. Sie sind zu wichtig als das man sie in einer App einsperrt, von der man nicht mal weiss, ob sie weiterentwickelt wird.

Zurück aber zu Taskpaper. Mit Editorial kann man im Taskpaper-Modus nicht nur Outlines erstellen, sondern auch editieren. Dabei lassen sich einzelne Stichpunkte per Drag und Drop verschieben — sehr praktisch zum Beispiel, wenn man damit eine Romanfigur entwickelt und einzelne Aspekte hin und her schiebt.

In Bezug auf die Figurenentwicklung mittels Taskpaper habe ich mir einen eigenen, kleinen Workflow gebastelt. Wenn ich eine Idee für die Figur habe, notiere ich sie mit Drafts (für mich das Schweizer-Messer unter iOS). Über Drafts wird dann die Idee an den Beginn einer in der Dropbox liegenden Textdatei geschoben. Diese Textdatei ist als .taskpaper gespeichert und wird somit in Editorial im Taskpaper-Modus geöffnet. In Editorial kann ich dann zu einem späteren Zeitpunkt die neuen Stickpunkte an die passende Stelle verschieben. Zu Haus am Mac wird die selbe Datei dann mit Taskpaper geöffnet und weiter bearbeitet (dafür empfiehlt sich das Theme HelveticaColorLight).

Jederzeit habe ich auf jedem meiner Geräte (Internet vorausgesetzt…) den aktuellsten Stand. Und wenn ich mal auf Papier arbeiten möchte, kann ich diese Datei einfach ausdrucken. Als reine Textdatei lässt sie sich zu einem späteren Zeitpunkt problemlos in Scrivener integrieren.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren