MOBA ist kein frisiertes Mofa

MOBA ist kein frisiertes Mofa

Innerhalb der letzten sieben Tage gab es genau zwei Ereignisse, die mich auf die Spur von etwas brachten, was mir bis dahin völlig unbekannt. So unbekannt, dass ich nicht mal den Begriff MOBA (Multiplayer Online Battle Arena) kannte. Auch wenn ich bereits im letzten Jahr die letzte verbleiben Spielekonsole aus dem Wohnzimmer entfernt und im Keller eingemottet habe, meine ich doch über Computerspiele nach wie vor im Bilde zu sein. Wohl auch deshalb, weil ich natürlich weiterhin spiele. Nur eben weniger und vor allem am iPad.

Schlachtfeld bei Fates Forever
Schlachtfeld bei Fates Forever

Im Urlaub hatte ich mir daher Modern Combat 5 zugelegt. Grafisch ziemlich gelungen, auch wenn das iPad mit der Grafikleistung aktueller Spielekonsolen kaum konkurrieren kann. Im Single-Player-Mouds kam ich mit der Steuerung über das Touch-Pad leidlich zurecht. Multiplayer dagegen ist der absolute Horror für mich. Nicht etwa, weil ich ein schlechter Shooter-Spieler wäre — die Steuerung mit einem Gamepad bei diversen Spielen beherrsche ich im Schlaf. Bei einem Touchpad habe ich das Gefühl eines echten Handicaps. Kurzum, meine Lust Modern Combat 5 weiter zu spielen erlahmte schnell.

Letzte Woche erschien dann Fates Forever für iOS. Der Trailer sah ziemlich gelungen aus, s dass ich mir trotz aller Bedenken tatsächlich ein Free-to-Play Spiel installierte. Recht schnell fesselte mich Fates Forever. Eine wirklich auf den Touch-Screen abgestimmte Steuerung und ein Spielprinzip (dazu später mehr), welches eingängig ist. Gleichzeitig gibt es eine faire Chance zu gewinnen und, als besonderes Plus, keine Längen während man spielt. Bei Hearthstone führten genau die beiden Aspekte dazu, dass ich davon erstmal die Nase voll hatte. Ich zähle mich wirklich zu den Menschen, die auch verlieren können. Wenn das aber aus purem Glück passiert zu einem Zeitpunkt, bei dem man selber schon fast gewonnen hat, dann bringt mich das wirklich zur Weißglut. Eine übermächtige Karte und das Blatt (wie treffend) wendet sich radikal.

Helden von Fates Forever
Helden von Fates Forever

Nun gut, zurück zu Fates Forever. Am Montag brachte der Kölner Stadt-Anzeiger anlässlich der games.com einen ausführlichen Bericht namens „Die Meister mit der Maus“. Es ging darum um den EM-Titel in „League of Legends“, einem MOBA. MOBA? Sagte mir wie bereits erwähnt nichts. Den Artikel las ich mit wachsende Begeisterung, auch wenn der Schlusssatz mal wieder KSTA-typisch völlig daneben war (ich hasse Fußballvergleiche).

Einen Tag später installierte ich mir dann abends das kostenlose League of Legends auf meinem Computer. Da es bereits von 2009 stammt, läuft auch noch akzeptable auf meinem in die Jahre gekommenen Mac mini. Die Zeit reichte dann nur noch für das Tutorial. Gestern Abend schließlich wagte ich mich an meiner erste richtiges Spiel, fünf Menschen gegen fünf Computergegner. Es waren 45 sehr spannenden Minuten, muss ich sagen.

Es ist, für einen Shooter-Spieler wie mich, ein völlig anderes Spielgefühl. Aber auch eine taktische Herausforderung. Auf einer symmetrischen Spielkarte versuchen beide Gruppe, das zentrale Gebäude der Gegenseite zu zerstören. Daran gehindert wird man nicht nur von den Helden (durch die Spieler gesteuert) der Gegenseite, sondern auch von computergesteuerten Schergen und festen Verteidigungsgebäuden. Im Grunde wie Warcraft III, nur ohne den ganzen Aufbau-Stress. Reduziert auf die eigentliche Konfrontation. Was aber auch wenig verwunderlich ist, denn die Wurzeln des Genres liegen in einer Modifikation für Warcraft III.

Auch wenn mir noch nicht ganz klar ist, wie der Hersteller Geld verdient, habe ich für mich bereits entschieden, die eine oder andere Runde LoL zu spielen. Und wenn etwas weniger Zeit zur Verfügung steht, Fates Forever, denn dort dauern die Runden etwa 15 bis 20 Minuten.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren