KSTA digital — Erfahrungen über den Sommer

KSTA digital — Erfahrungen über den Sommer

Bald sind es zwei Monate, seit dem ich gezwungenermaßen meine Fühler Richtung digitale Tageszeitung ausstreckte. Über einen Monate lese ich bereits den Kölner Stadt-Anzeiger rein digital. Dabei vermisse ich die Papierausgabe weniger als ich vermutet hatte. Vor allem fehlen mir, schwer vorstellbar, die Werbebeilagen. Zudem die Option, mit Zeitungspapier nasse Schuhe auszustopfen oder es als Unterlage für irgendwas zu verwenden — Anwendungsgebiete, die mit den eigentlichen Inhalten wenig zu tun haben. Diese lassen sich mehr oder weniger auch am Bildschirm konsumieren.

By: rosmaryCC BY 2.0

Die Kinderkrankheiten der digitalen iPad-Ausgabe sind dabei leider immer noch nicht behoben. Die Bildqualität der Fotos ist zum Teil unterirdisch, Artikel weisen oft eine gewisse Schnodderigkeit in Bezug auf Grammatik und Rechtschreibung auf (schlimmer als bei der Printausgabe), die Lesbarkeit selber hängt davon ab, ob man das iPad hochkant oder im Querformat nutzt. Ziemlich aufgestoßen mir ist der Datenverbrauch. Offline lässt sich iPad-Ausgabe nicht nutzen, auch wenn 100% geladen angezeigt wird. Mein 1 GB-Datenvolumen habe ich im Juli zum ersten Mal vollständig verbraucht. Und das beim einem Vertrag, der bereits zwei Jahre läuft und bei dem ich bisher nie an das Limit gekommen bin.

Positiv zu erwähnen ist, dass die Probleme mit der PDF-Ausgabe mittlerweile nicht mehr auftreten. Allerdings vermisse ich bei der so genannten E-Paper Ausgabe die Möglichkeit, mein Kundenkonto zu verwalten um dort die Einstellung für die Regionalausgabe ändern zu können. Es nervt immer wieder, von Köln-Süd auf Köln-Nord beim laden jeder einzelnen Ausgabe umstellen zu müssen. Was die Weboberfläche angeht: die versuche ich so gut es geht zu ignorieren. An ihr hat sich nichts geändert, alle Fehler sind noch vorhanden. Aber sei es drum, ich kann mir das PDF der jeweiligen Ausgabe für unterwegs laden, mehr brauche ich eigentlich schon gar nicht.

Obwohl, Wünsche hätte ich noch. Sommerzeit bedeute auch, viel draußen zu sein. Gut, wenn es regnet nicht unbedingt, aber im Normalfall sitzt man irgendwo in der Sonne, im Straßencafé, oder ist sonst wo unterwegs. Während ich den KSTA im Zug ganz gut auf dem iPad lesen kann, hat dies in der freien Natur seine Grenzen. Im Sonnenlicht kann man auf dem iPad nahezu nichts mehr lesen — auch keinen Kölner Stadt-Anzeiger. Bei Büchern ist das für mich kein Problem, dafür habe ich extra einen E-Book Reader, dem Sonnenschein nichts ausmacht. Nur kann ich darauf keinen KSTA lesen.

Die spannenden Frag für mich (und an den KSTA) wäre an dieser Stelle, warum es keine ePub-Ausgabe vom Kölner Stadt-Anzeiger gibt. Technisch aufwendig ist das kaum, die Inhalte liegen bereits für die iPad-Ausgabe vor, man müsste nur weiter reduzieren. Die Idee habe ich für mich sogar noch etwas weiter gesponnen. Hinter dem KSTA steckt DuMont, zu dem auch ein Buchverlag gehört. Es wäre doch denkbar, einen gebrandeten E-Book-Reader auf den Markt zu bringen, mit dem man verlagseigene digitale Produkte (Bücher) kaufen kann und Zugriff auf sein(e) Zeitungsabos hätte. Quasi ein Tolino, der nicht an eine Buchhandlung gebunden ist, sondern an einen Verlag. Ich für meinen Teil fände es großartig, den KSTA auf meinem Tolino lesen zu können.

3 Replies to “KSTA digital — Erfahrungen über den Sommer”

  1. Ein E-Book-Reader, der epub-Formate verarbeitet, kann doch auch PDF?! Oder funktionieren dann beim Tolino die Größenanpassungen nicht? Bei meinem Sony-Reader geht das mit PDF ganz gut, einen KStA habe allerdings noch nicht ausprobiert.

    1. PDF auf einem reinen E-Reader ist so eine Sache. Theoretisch geht es, aber es hat ziemliche Grenzen. DIN-A4 PDF auf dem Reader ist unlesbar. Zudem ist der Stromverbrauch deutlich höher als bei reinen ePubs.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren