Rechtsrheinische Eifelstiel

Rechtsrheinische Eifelstiel

Die Eingriffe der Rechtschreibkorrektur sind manchmal von unbeabsichtigter Komik. Aus einer Notiz zum Eigelstein wurde kurzerhand „Eifelstiefel“. Wobei, vielleicht wusste Evernote bereits, dass heute wieder eine Wanderung anstand. Allerdings nicht in der Eifel, sondern rechtsrheinisch, die 10. Etappe des Kölnpfads. Rund 20 Kilometer ist die Strecke lang und führt von Porz-Wahn nach Zündorf. Die meisten Zeit, zwischen Libur und Lülsdorf, geht es dabei entlang oder sogar durch Felder. uber-felder-30-07-2014Man hat einen weiten Blick über die Landschaft, keine Bäume den Blick versperren. Nur die letzte Etappe vor Zündorf führt durch mehrere Pappelwälder.

Im Wanderführer steht etwas von „außergewöhnlichen Panoramas vom Dom zum Bergischen Land und ins Siebengebirge“. Ja, genau so ist es. Das macht die Strecke wirklich zu etwas besonderes, besonders dann, wenn man wie wir heute mit dem Wetter enormes Glück hat. Weder zu heiß, noch regnerisch und wolkenverhangen. Fluffige Wolken, Sonne und immer eine angenehme Brise von vorne. Für Fahrradfahrer die Hölle, beim wandern erfrischend.

Von allen bisherigen Strecken (und mit Ausnahme der ersten haben wir alle mindestens einmal erwandert) ist Etappe 10 wirklich diejenige, die mich am meisten an meinen niederrheinischen Geburtsort erinnert. Plattes Land, weiter Blick, bäuerliche Prägung. Bei vielen neugebauten Einfamilienhäusern unterwegs hätten wir gerne zur Probe gewohnt. In etwa zwei Monaten sollten wir uns die Strecke noch mal vornehmen, wenn die Wallnussbäume und Kastanien reif zur Ernte sind — auch das erinnert mich an den Niederrhein.

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Das Gefühl, am Schneppenhof wieder den Rhein zu erblicken wir mich auch noch ein paar Tage länger tragen. Ebenso lange bleibt aber auch das Gefühl in der Beinmuskulatur. Die 20 Kilometer waren schon etwas heftig. Man merkt gegen Ende, wenn es den Deich herauf geht, dass der Körper und Geist unterschiedlich lang brauchen, um nach oben zu gelangen.

Beim Zieleinlauf in Zündorf stellte sich das Gefühl ein, nicht an einem normalen Werktag dort angekommen zu sein, sondern an einem Sonntag. Oder aber Zündorf hat, mit den Restaurants in Rheinnähe wirklich so etwas wie Urlaubsort-Flaire, dauerhaft.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren