Von einer LaTeX Briefvorlage und einem halopad

Von einer LaTeX Briefvorlage und einem halopad

An einem Feiertag etwas länger zu schlafen, ist wenig ungewöhnlich — zumindest bei uns. Um 15:30 Uhr immer noch am Schreibtisch in Schlaber-Klamotten zu sitzen. Schuld daran ist der Kölner Stadt-Anzeiger. Das hört sich zwar etwas merkwürdig an und klingt wie ein Versuch von mir, den KSTA zum Buhmann der Woche zu stilisieren, aber ein Körnchen Wahrheit wird wohl daran sein. Erklären lässt sich das recht einfach, auch wenn es möglicherweise Nicht-Geeks an der genetisch Voraussetzung fehlt, um es nachvollziehen zu können.

Heute Morgen erhielt ich eine weitere E-Mail vom Abo.Kundenservice des KSTA. Auf meine Argumente wurde erneut nicht eingegangen.

Sehr geehrter HerrBoley,

vielen Dank für Ihre Email.
Ein Wechsel von Ihrer Printausgabe zu der digitalen Version ist immer schriftlich, zum 1. des Monates möglich. Wenn Sie nur unser digitales Abo nutzen, dann können wir Ihnen dieses für 18,90€ monatlich anbieten.

Wir freuen uns, wenn Sie dieses Angebot nutzen möchten.

Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüße

Verlag M. DuMont Schauberg

Ihr Team vom
Kunden Service Center

Tja und ich freue mich, dass man mir die Entscheidung auf diese Weise so einfach macht. Eine schriftliche Kündigung setzt einen Brief voraus (für die Jüngeren: das ist ein Stück Papier, welches man in einem zugeklebten Umschlag durch ein Unternehmen namens „Post“ an den Empfänger überbringen lässt). Mittels moderner Technik ist es eigentlich kein Problem, einen solchen Brief zu tippen und ihn auszudrucken. Es sei denn, man ist etwas anspruchsvoller. Für mich bedeutet das, den Brief nicht mit Pages, Word oder anderen Programmen zu schreiben, über deren Resultat ich mich hinterher furchtbar aufrege. Wer ein sauberes Ergebnis will, greift zu LaTeX — was das Druckergebnis angeht, kann Markdown LaTeX nicht das Wasser reichen.

briefvorlage_19-06-2014

Meine bisherige Briefvorlage ist etwas in die Jahre gekommen. Zudem hatte ich mir in den Kopf gesetzt, mein neues Logo im Briefkopf zu verwenden. Für einen ordentlichen Brief gibt innerhalb von KOMA-Script die Klasse scrlttr2. Dafür gibt es auch gute Beispielvorlagen. Keine davon sah genau so aus, wie ich es haben wollte. Also musste ich mir die einzelnen Teile zusammensuchen, meine LaTeX-Kenntnisse auffrischen und ausprobieren. So lange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Nur noch diesen Versuch — Geeks (und Nerds) kennen das. Man bastelt oder programmiert vor sich hin und vergisst dabei völlig die Zeit. Als mir dann klar wurde, wie spät es bereits war, erschreckte mich das etwas. Immerhin hatte ich es jedoch geschafft, die Vorlage nach meinen Wünschen zu gestalten. Den Brief selber allerdings muss ich noch schreiben.

Springen wir noch mal zurück zum Frühstück heute morgen. Der KSTA lag im Briefkasten, wie üblich. Dankend überließ ich die Zeitung aber komplett meiner Frau (sonst bekomme ich immer zuerst den Lokalteil, während sie mit dem überregionalen Teil beginnt). Gestern, nach Feierabend, hatte ich mir noch schnell einen iPad Ständer geholt, um am Tisch den KSTA digital lesen zu können. Meine Wahl fiel dabei halopad. Kein wackeliges Teil mit scharfen Kanten, sondern ein durchdachtes Konzept. Nach meinem eigenen Praxistest heute morgen bin ich mit dem halopad ziemlich zufrieden. Damit steht einem Umstieg auf die digitale Version nichts mehr im Weg.

Bedauerlich ist allerdings, dass ich auf diese Weise zum Abbau von Arbeitsplätzen beitrage. Schwer vorstellbar, dass ich der Einzige bin, der zum Juli hin den gedruckten KSTA kündigen wird. Was die Zeitungsboten angeht, ging mir noch etwas anderes durch den Kopf. Der KSTA löst Thema Mindestlohn für Zusteller auf seine Weise — in dem er Abonnenten der Druckausgabe „überzeugt“ auf die digitale Version der Zeitung umzusteigen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren