Für den Ideenfriedhof aus der Eifel

Für den Ideenfriedhof aus der Eifel

Freitag vor acht Tagen. Ein Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger, den ich noch morgens zum Frühstück lesen konnte, weil meine Zeitung da noch pünktlich im Briefkasten lag (nein, ich reg mich darüber jetzt nicht auf, das kläre ich mit dem Vertrieb…). In „Der komplizierte Weg zurück zur Natur“ ging es um das 10-jährige Bestehen des Naturparks Eifel. Ein an sich informativer Artikel — für mich als angehender Krimi-Autor (mit einem fast fertigen Eifelkrimi) und als jemand, der gerne in der Eifel wandert. In die Diskussion um die Abholzung von Bäume, die als „eingewanderte“ Arten dort nicht heimisch sind, misch ich mich nicht ein. Dafür verstehe ich von dieser Thematik zu wenig, um beurteilen zu können, wie weit das wirklich sinnvoll ist. Trotzdem gab es etwas, was mich faszinierte:

[…] toten Douglasien, die vor Jahren von der Nationalparkverwaltung geringelt worden waren, da sie als eingewanderte Arten aus dem Nationalpark verschwinden sollen. Beim Ringeln wird die Rinde der Bäume so eingeschnitten, dass sie absterben.
Quelle: KSTA, 06.06.2014, S. 8

Zwei Stichwörter warfen meine Phantasie-Maschine im Kopf an: Einwandern und Absterben
Noch beim Frühstück entstand daraus eine Idee. Allerdings eine, die für ich persönlich mit Sicherheit unbrauchbar ist, da ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nie einen Science Fiction Roman schreiben werde. Um die Idee wäre es aber zu schade, wie ich finde, also beerdige ich sie hier ganz offiziell im Blog.

Kommen wir zurück auf die Stichwörter. Stellen wir uns eine Gesellschaft in naher Zukunft vor, die sich von unser aktuellen nicht im wesentlichen unterscheidet. Nach wie vor versuchen Menschen mit Schiffen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen, um ihren eigenen katastrophalen Lebensbedingungen in ihrer Heimat zu entfliehen. In Deutschland gab es bedingt durch einen Regierungswechsel und eine breite Diskussion in der Bevölkerung eine Änderung in der Haltung gegenüber Flüchtlingen. Neben einer Regelung für Asylsuchende, die vor Verfolgung und Krieg Schutz suchen, wurde ein neues Einwanderungsgesetz erlassen. Bundesklanzler G., die Knappheit bei den Organspenden im Auge, betonte, dies dienen sowohl den Menschen als auch der Gesellschaft.

Zwei Möglichkeiten der Einwanderung gibt es. Über eine Warteliste, in die man nur beim Nachweis von in Deutschland gerade benötigter Qualifikationen kommt oder aber über das „Ein besseres Leben auf Zeit“ (EbLaZ) Programm. EbLaZ-Einwanderern wird ein sorgenfreies Leben in Deutschland für eine Dauer von 10 Jahren garantiert. In der Zeit kommt der Staat für alle Kosten auf, es wird ein gesundes Leben mit Teilhabe an der Gesellschaft gewährleistet. Der EbLaZ-Einwanderer bekommt allerdings ein Implantat (er wird geringelt), welches dafür sorgt, dass der Körper ein Verfallsdatum hat. Nach Ablauf der Zeit muss sich EbLaZ-Einwanderer in einem ihm zugewiesenen Krankenhaus melden. Dort wird ihm nicht nur das Implantat, sondern auch alle Organe, die sich für die Organspende eignen, entnommen. Das Verfahren ist für den EbLaZ-Einwanderer auf jeden Fall tödlich. Er tauscht also sein Leben gegen zehn gute Jahre ein, statt ein langes Leben in seiner Heimat im Elend zu leben.

Lesen würde ich so was als Buch gerne. Beim Schreiben selber habe ich mich jedoch auf Krimis (und bedingt auch Thriller) festgelegt und das ist auch gut so.

3 Replies to “Für den Ideenfriedhof aus der Eifel”

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren