Abmeldezettel für verschwunden Kontakte

Abmeldezettel für verschwunden Kontakte

Noch ein paar wenige Tage, dann sind die ersten fünf Monate des Jahres um. Wenn ich zurück blicke, fällt mir auf wie viele Kontakte aus den letzen Jahren auf der Strecke geblieben sind. Wobei, auf der Strecke geblieben etwas unscharf formuliert ist. Von manchen Menschen höre ich einfach nichts mehr. Keine Begründung, kein Abschied nichts. Die letzte eigene Mail liegt lange zurück, eine Antwort blieb aus.

Zwangsläufig führt das bei mir zur Frage danach, ob ich irgendetwas falsch gemacht habe. Oder etwas geschrieben haben, was der betreffenden Person nicht gefiel. Das kann in der E-Mail gewesen sein oder auch hier im Blog selber. Aber das sind nur Spekulationen, denn es fehlt ja die Rückmeldung. Heute Morgen unter der Dusche kam mir der Gedanken, so etwas wie einen elektronischen Abmeldezettel zu basteln. Vielleicht würde sogar ein einfaches Webformular, auf welches man verweist, reichen.

Ich wünsche keinen Kontakt mehr weil, …
deine Ansichten unbequem sind.
mir deine Meinung nicht passt.
du mir gleichgültig geworden bist.
du kein Veganer bist.
Sonntags Ruhetag ist.
andere Gründe

Zumindest hätte man dann ansatzweise eine Ahnung, warum derjenige beziehungsweise diejenige nichts mehr von sich hören lässt. Es gibt einen Spruch, wonach man Reisende nicht aufhalten sollten. Dem stimme ich im Prinzip zu, nur würde halt gerne wissen, warum sich jemand entfernt.

Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, bei denen ich ganz dankbar bin, wenn ich nichts mehr von ihnen höre. Bei denen weiß ich jedoch ganz genau, warum es zu Differenzen gab. Da wäre dann jedes weitere Wort zu viel. Und es gibt sogar Personen, die ihr komplettes E-Mailkonto löschen, nur damit man sie nicht mehr erreichen kann.

Sich der Wahrheit zu stellen, ist oft auch unbequem — andere zu ignorieren, der einfachste Weg. Fair ist er allerdings nicht. So wie viel Respekt sollte noch vorhanden sein, dass man zumindest auf die eine oder andere Art zum Ausdruck bringt, warum man an dem Anderen kein Interesse mehr hat.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren