Es gibt Wurst Baby

Es gibt Wurst Baby

Österreich also, eine volle Ladung. Erst mein Blogbeitrag, dann eine Weinprobe und schließlich der ESC 2014. Mehr geht wohl nicht. Aber der Reihe nach, damit es auch verständlich wird. Gestern hatte ich sowohl über eine traumatische Kindheitserfahrung in Österreich geschrieben als auch über das Buch von Dirk Stermann. Das ganze passierte vormittags, denn am Nachmittag, so war es geplant, befand ich mich bei einer Weinprobe in der charmantesten Weinhandlung in Köln. Was ich zu dem Zeitpunkt allerdings mehr ahnte als wusste: es würde hart werden. Das es dann letztendlich 15 Weine au dem Libanon, der Türkei und Marokko waren, durch die wir uns probierten, hätte ich nicht gedacht.

Aber ich schweife ab. Interessant an dem Nachmittag waren nicht nur die Weine, sondern der Umstand, dass ich auch mit mindestens zwei Österreichern (in speziellen Österreicherinnen) am Tisch saß – ganz genau stellte sich das jedoch erst gegen Ende heraus, als in der Ecke, wo ich saß, das Thema Eurovision Song Contest aufkam. Die Österreicher spekulierten, ob und wie viel Chancen sie mit ihrer / ihrem diesjährigen Teilnehmer haben würden. Bei dem handelte es sich um Conchita Wurst, einem österreichischen Travestiekünstler.

In den 90er Jahren, so wurde mir erzählt, lief im ORF parallel zum ESC eine Sendung mit zwei Kommentatoren, einem Österreicher und einem Deutschen. Die bei der Weinprobe anwesenden Österreicher hielten es dann so, dass sie den ESC mit abgedrehten Ton schauten während sie den mehr oder weniger satirischen Kommentaren aus dem Radio lauschten. Es soll sehr gut gewesen sein. Ich konnte nicht anders, ich fragte nach. Der besagte Deutsche war niemand anders als Dirk Stermann.

Zu Hause blieb bei uns der Fernseher aus, aber wir hörten uns vorab die Teilnehmer des ESC 2014 via spotify an. Schnell hatte ich meinen Favoriten. Ein Lied, wie aus dem Vorspann eines James Bond Films: „Rise Like A Phoenix“. Es stammte, zu meiner Überraschung von Conchita Wurst. In der Nacht stand ich noch mal auf um meinen Feed-Reader anzuwerfen. Sie da, es gibt Wurst! Conchita Wurst gewann verdient den Eurovison Song Contest. Damit wurde Österreich zum ersten Mal seit 1966 Sieger beim ESC. Das fühlt sich richtig an. Ganz anders überings als der Beitrag aus Deutschland. „Is It Right“ von Elaiza war weniger als nett.

3 Replies to “Es gibt Wurst Baby”

  1. Ja, Conchita/Thomas hat verdient gewonnen, er hat eine grandiose Stimme, hat einen super Auftritt hingelegt und ein Gewinn für die Toleranz in Europa ist es sowieso!
    Allein die Tatsache, dass er 4 oder 5 Punkte aus Russland bekommen hat ist toll und zeigt, dass die Menschen dort toleranter sind als ihr Regime.
    Oder Thema Weißrussland: Die wollten den Auftritt von Conchita nicht zeigen im Programm, ihn rausschneiden, aber laut Statuten des ESCs wären sie dann direkt disqualifiziert worden also mussten sie es zähneknirschend drin lassen!

    Aber….
    Elaiza haben ihren Job wirklich gut gemacht. Es war von Anfang an klar, das sie keine Chance auf den Sieg haben werden aber für die 3 ist es trotzdem ein persönlicher Erfolg!
    Wenn man weiss, dass die Musik beim ESC vom Band kommen muss und die Mädels daher leider ihre Instrumente nicht live spielen konnten dann wird einem schon einiges klar denn sie wirken vor allem durch ihre Livevorstellung. Außerdem muss man die Mädels aber vor allem Frontfrau Ela einfach sehen bei ihrem Auftritt denn ihre Power, ihre Ausstrahlung kommt bei der Konservenmusik einfach nicht rüber.

    1. Zumindest aber muss live gesungen werden: „Artists shall perform live on stage,…“ besagen die Teilnahmebedingungen für Interpret und Lied. Überzeugt hat mich weder Lied noch Sängerin. Weder im Video zum ESC noch als Aufnahme auf der „CD“. Das man Ausstrahlung auch anders rüber bringen kann, zeigt für mich der Beitrag aus der Schweiz (Takasa) vom letzten Jahr. Allein das Video rührt schon an.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren