Schuhe — eine tragende Rolle im Leben

Schuhe — eine tragende Rolle im Leben

Gerüchten zu folge soll es Menschen geben, die eine besondere Vorliebe für Schuhe haben. Böswillig könnte man ihnen einen „Schuhtick“ unterstellen. Auf der anderen Seite des Spektrums befinden sich diejenigen Zeitgenossen, denen das, was sie an den Füßen völlig egal ist. Irgendwo dazwischen befinde ich mich. Schuhe sind mir nicht egal, allerdings fange ich auch nicht an zu schreien, wenn ich per Paketbote ein neues Paar Schuhe geliefert bekomme — abgesehen davon würde ich auch niemals online Schuhe kaufen.

Wenn ein Neukauf ansteht, tue ich mich in der Regel damit schwer, weil ich genau weiß, was für ein Drama das bei mir mitunter werden kann. Wie alle viele anderen Menschen habe ich verschieden großen Füße. Zudem sind beide eher schmal denn breit. Die vernünftigste, aber auch die teuerste Entscheidung wäre daher, handgefertigte Schuhe zu kaufen. Welche, die ein Schumacher noch mit einem Leisten hergestellt hat, etwas, vorher individuell ausgemessen wurde.

Mit allen Schuhen, die ich bisher in den üblichen bekannten Schuhgeschäften gekaufte habe, sammelte ich durchweg schlechte Erfahrungen. In einem Fall sogar ziemlich blutige Erfahrungen, die ein wenig an Aschenputtel erinnerten. Ungern denke ich an diesen Tag zurück, bei dem ich nur unter Schmerzen zu Stadtbahn in Dortmund humpelte. Dagegen stehen die positiven Eindrücke, die Schuhe die von Herstellern abseits des Mainstreams liegen (mit drei Ausnahme, wo bei das auch bekannte Marken sind). Aus den gesammelten Erfahrung gibt es für mich ein Hauptkriterium bei Einkauf: der Schuh muss auf Anhieb, bereits im Laden bequem sein. Einlaufen funktioniert grundsätzlich nicht — jedenfalls nicht bei mir.

Wenn ich ein Paar Schuhe gefunden habe, dass sowohl bequem ist als auch mir gefällt (das in Einklang zu bringen ist nicht wirklich einfach), dann möchte ich möglichst lange etwas von den Schuhen haben. In der modernen Produktionswelt ein unrealistischer Wunsch, denn ein Schuh ist grundsätzlich ein Verschleißgegenstand. Daher schätze ich das, was Schuster machen, besonders. Wohl gemerkt, ich spreche hier von Schustern, die ihr Handwerk verstehen und nicht von irgendwelchen Personen, die auch noch Schlüssel anfertigen oder sonst was machen. Ein guter Schuster ist der beste Freund eines Schuhs. Für mich ist das die Garantie, die Lebenszeit meines Lieblingspaars noch über den vom Hersteller vorgesehen Zeitpunkt hinaus zu verlängern.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren