iPad mini nach einem Jahr

iPad mini nach einem Jahr

Seit knapp einem Jahr bin ich jetzt im Besitz eines iPad mini, zusätzlich zu meinem iPad 3 . Von Anfang an war mir klar, dass es auf jeden Fall ein iPad zu viel ist. Ich brauche nicht zwei Geräte, vor allem nicht zwei, die sich lediglich durch die Displaygröße unterscheiden. Nach dem NaNoWriMo war ich mir noch recht sicher, Anfang des Jahres bestätigte ich das noch mal in einem Artikel zum Thema Tablet Nutzung.

Inzwischen kommen mir allerdings doch Zweifel, ob meine Einschätzung so richtig ist. Eine Neuanschaffung steht zwar derzeit nicht an, aber ich befand mich im Glauben, nach einem Jahr der Nutzung wirklich 100-prozentig Klarheit zu haben. Dem ist leider nicht so. In den letzten Tagen mehrt sich der Zweifel am iPad mini. Der Formafaktor ist immer noch überzeugend für unterwegs. Allerdings muss ich auch gestehen, außerhalb des Novembers, wo ich intensiv am iPad mini geschrieben habe, das Mini fast ausschließlich zum lesen von eBooks zu verwenden. Dafür hat es die richtige Größe und auch das passende Gewicht. Daher begleitet mich das iPad mini täglich. Zu Hause dagegen bleibt es in meiner Umhängetasche und ich verwende statt dessen das große iPad. Darauf sind meine Spiele, ich schau mir damit Filme an, höre Musik und schreibe auch auf dem Sofa damit. Beine angewinkelt liegt es auf den Oberschenkeln, während ich wie jetzt tippe. Mit dem Mini geht das nicht so gut, denn in normale Haltung ist der Abstand zwischen den Knien zu große, so dass das iPad durchfällt. Ich muss die Knie aneinander drücken, damit das iPad mini sicher aufliegen kann auf den Oberschenkeln. Ideal ist was anderes.

Gleichzeitig hat meine Frau mittlerweile ein iPad Air in Verwendung. Das im Vergleich zu den Vorgängermodellen geringere Gewicht ist schon beeindruckend. Sicher, das iPad mini wiegt immer noch weniger, aber der Abstand hat sich schon erheblich verringert. Neugierig wie ich bin, habe ich alles noch mal nachgewogen, was sich bei uns im Haushalt befindet.

Gewichtsvergleich
  • Tolino Shine 186 g
  • iPad mini 312 g *)
  • iPad Air 469 g
  • Taschenbuch: Clive Barker „Abarat“, 578 Seiten, 479 g
  • iPad 3 652 g

*) mit LTE

Wenn ausschließlich darum geht, unterwegs Lesestoff zu haben der wenig wiegt, gibt es einen eindeutigen Gewinner. Der Tolino als reiner eBook-Reader schlägt alle anderen. Ein weiterer Aspekt für mich ist das Gewicht der derzeitigen Optionen. Ein neues iPad mini mit LTE und Retina Display würde derzeit 341 g wiegen. Das iPad Air in der selben Konfiguration 478 g. Das sind gerade mal 137 Gramm Unterschied. Und das Air wäre sogar noch 1 Gramm leichter als das zufällig ausgewählte Taschenbuch (nein, ich hab es noch nicht gelesen).

Je länger ich mich gedanklich damit auseinander setze (auch wenn es überflüssig ist, weil keine Kaufentscheidung ansteht), desto stärker vermute, mit einem iPad mini als einziges Gerät nicht glücklich zu werden. Ein größeres Display ist einfach ein größeres Display. Fest steht nur, dass ein Tablet Gerät ausreichen sollte. Bei „Cult of Mac“ bin ich auf meiner Suche nach Antworten über den Artikel „The Retina Mini Is So Disappointing“ gestolpert. Charlie Sorrel fasst es gut zusammen, was auch mich beschäftigt. Vor allem aber kommt er zu einer Schlussfolgerung, der ich mich anschließen kann:

Finally, I miss the fact that the Mini could live in my bag and I’d never really notice it. I really did take it anywhere. Now I find I leave the iPad at home when I go out for just a few hours, packing my Kindle and iPhone instead. On the other hand, the use-case for both the iPhone and the Kindle is a lot clearer when your pair them with a bigger iPad.

Abgesehen von vier Wochen im Jahr brauche ich gar kein iPad unterwegs im Zug. Das was ich will und mache ist lesen. Mein iPad mini ist fast ausschließlich im Flugmodus, auch damit der Akku länger durchhält. Das iPad mini war für mich der Versuch eine Eierlegende Wollmilchsau zu besitzen. Darin liegt vermutlich auch das größte Problem. Irgendwo geht man immer Kompromisse ein. Je klarer man aber seine Anwendungsfälle trennen kann, desto deutlicher lässt sich wohl eine Entscheidung zu Gunsten eines jeweils besser passenden Geräts treffen.

Federico Viticci hat sich ganz bewusst für ein iPad mini statt für ein iPad Air entschieden, wie er schreibt. Bei mir ist es jedoch so, dass ich keine externe Tastatur mit dem iPad verwende. Daher ist es schon entscheiden, ob die Tasten die gleiche Größe haben wie bei der physikalischen Mac-Tastatur oder aber kleiner sind wie beim iPad mini.

Möglicherweise macht es mir Apple aber auch in Zukunft leichter bringt eine Zwischengröße auf den Markt.

3 Replies to “iPad mini nach einem Jahr”

  1. Interessant, bei mir ist es genau umgekehrt. Das Mini ist hier das Hauptgerät. Sogar mein iPhone nehme ich selten in die Hand, weil ich fast alles auf dem Mini erledige. Notizblock, digitale Notenblattverwaltung, eBooks, Magazine, alles auf dem kleinen Retina Gerät, das große Air war mir im Vergleich doch noch zu schwer und für die Couch zu unhandlich. Am Ende ist das alles eine sehr persönliche Geschichte und hängt so stark von eigenen Anwendungsfällen und Vorlieben ab, dass jeder das anders sehen muss.

    Mein iPad ist mir der wichtigste Begleiter im digitalen Alltag geworden.

    1. Magazine kann ich mir auf dem iPad mini ziemlich schwer vorstellen. Bei einem DIN-A4 PDF muss man ziemlich viel zoomen und scrollen. Nur kurze Notizen wäre mit dem Mini nicht so das Thema, aber wenn man damit 1.000 Wörter pro Tag schreiben will, wird etwas zu klein.

      Zumindest steht eins fest: auch das nächste Gerät wird ein iPad sein :-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren