Ein Scann sagt mehr als 1000 Worte

Ein Scann sagt mehr als 1000 Worte

Es gibt einige Applikation für das iPhone, die einem den Alltag erleichtern können. Andere helfen einem bei der Organisation oder aber ermöglichen einem, Idee, Notizen und anderes Material digital zu erfassen. Relativ häufig greife ich auf die Möglichkeit zurück, schnell und unkompliziert Dokumente oder Teile davon mit dem iPhone einzuscannen, selbst zu Hause (unsere Scanner ist nicht WLAN-fähig). Wenn eine neue Applikation in den App-Store gelangt und verspricht, besser, schneller und was auch immer zu sein als bisherige Applikationen, macht mich das neugierig. Besonders dann, wenn es sich, siehe oben, um eine App zum scannen von Dokumenten handelt.

Seit gestern gibt es Scanbot — entwickelt von dem Team, welches zuvor doo, einer Art Evernote-Konnkurenz (ich vereinfache das hier grob), gescheitert ist. Nun, Scheitern ist keine Schande und jeder hat das Recht auf einem Neuanfang. Die meisten lernen auch durch das Scheitern und sind bei den folgenden Versuchen besser aufgestellt. Um solche philosophischen Ansichten geht es mir als Nutzer einer App zum scannen allerdings in erster Linie weniger. Wenn einen neue App auf den Markt kommt, will ich wissen, was diese taugt.

An dieser Stelle fängt es erstmal an, sehr traurig zu werden. Die über zehn Berichte, die ich zu Scanbot gelesen habe, ähnelt sich — man merkte, dass da aus Bequemlichkeit einfach nur eine Pressemeldung etwas umformuliert wurde. Ganz ehrlich, liebe Blogger-Kollegen, so was braucht kein Mensch. Vermutlich bin ich auch nicht der Einzige, der wissen will, was eine App taugt — die bloße Info, dass es sie gibt, genügt mir nicht.

Bei einem Preis von 89 Cent ließ ich mich dazu hinreißen, Scanbot einfach auf Verdacht zu kaufen. Gut, ich gebe zu, ich verband den Kauf mit einem Hintergedanken. 89 Cent zu bezahlen und damit quasi nicht nur die App, sondern einen Blogartikel zu haben, halte ich für einen guten Kurs . Zwar muss ich den Text selber schreiben (und verzichte bewusst auf das Abschreiben), aber die Idee für den Artikel ist ihr Geld wert.

Kommen wir zurück auf den eigentlichen Punkt. Bisher benutze ich auf dem iPhone Scanner Pro und bin damit auch zufrieden. Eine neue ScannerApp muss sich zwangsläufig daran messen. Für den Vergleich verwende ich keine Quittungen oder Dinge, die sich „zufällig“ besonders gut scannen lassen, sondern Dokumente, die ich auch wirklich digital benötige. Bei mir sind das unter anderem Rezepte aus Kochzeitschriften. Diese habe ich, zum einfachen nachkochen, immer als Fotokopie zum aufhängen an der Dunstabzugshaube. Wenn das jeweilige Rezept meiner Frau und mir gefällt und das Ergebnis auch schmeckt, wird es digitalisiert. Dafür nehme ich dann immer die Fotokopie.

Für beide Apps gab es die gleichen Bedingungen. Identische Lichterverhältnisse, der selber Abstand zum Dokument, keine Korrektur von Belichtung, Kontrast und nachschärfen. Das Einzige, was ich manuell verändert habe war der Ausschnitt mit der jeweiligen App selber, da beide auf einem DIN-A4 Blatt den von mir favorisierten Kasten nicht erkannt haben (was zugegeben auch ziemlich unmöglich ist).

Lassen wir aber statt Worte Bilder sprechen.

mit Scanner Pro
mit Scanner Pro — Originalgröße 1,9 MB
scanbot_04-04-2014
mit Scanbot — Originalgröße 17,2 MB

Einfach, so muss man sagen, ist das Scannen mit Scanbot schon. Aber die Aussage „Erstelle hochwertige Scans“ würde ich so nicht unterschreiben. Was das automatische hochladen der Scans in die Cloud angeht, das habe ich nicht getestet, sondern mir lediglich das Ergebnis per E-Mail zugeschickt. Was mich aber am meisten wundern, neben der erheblich schlechtere Bildqualität, ist die Dateigröße. Stolze 17,2 MB für Pixelmatsch. Bei so was wird der Cloud-Speicher auch recht schnell knapp werden. Für mich bleibt Scanner Pro weiterhin die Applikation meiner Wahl, wenn es darum geht, etwas einzuscannen. Aber vielleicht wird ja noch was aus Scanbot — andernfalls haben die Leute in Bonn sicher eine neue, nächste Idee, die wieder viel besser ist.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren