Kaffee für das Gehirn

Kaffee für das Gehirn

Bei Pressemitteilungen sollte man eine grundsätzliche Skepsis an den Tag legen. Das gibt besonders dann, wenn die Schlagzeilen besonders reißerisch daher kommen.

Kaffee macht schlau

Kaffee fördert das Langzeitgedächtnis, das ist schon mal eine gute Nachricht. Dumm sind solche Schlagzeilen natürlich nicht, denn sie fördern tatsächlich — den Kaffeekonsum und den Umsatz der Röstereien. Wenn man dann aber den Artikel, der über die Studie von Michael Yassa an der John Hopkins University in Baltimore berichtet, vollständig liest, klärt sich der Zusammenhang etwas auf.

Zunächst einmal wurde im Rahmen der Studie kein Kaffee getrunken, sondern Koffein-Tabletten beziehungsweise Placebos geschluckt. Das erübrigt dann auch die Frage, ob sich Milch oder Zucker im Kaffee verstärkend auswirken. Besonders viel mit Genuss hat das auch nicht zu tun. Zudem scheint es wohl so zu sein, dass es eine maximale Dosis von 200 Milligramm pro Tag gibt. Darüber hinaus seien keine Verbesserungen mehr messbar. Durchschnitt enthält eine Tasse Kaffee etwa 80 Milligramm Koffein. Mit drei Tassen hätte man so auch seine Tagesdosis.

Diese „Tagesdosis“ führt mich dann zum eigentlichen Punkt. Drei Tassen Kaffee beziehungsweise Tee sind etwas, was ich locker am Tag überschreite. Bei mir sind es allein rund zwei Liter Tee, die ich pro Tag trinke — und wir reden hier nicht über Kräutertee. Teilweise kommt dann noch etwas Kaffee hinzu, oder eine gewisse Menge Tee wird durch Kaffee ersetzt.

Seit meinem 6. Lebensjahr trinke ich Kaffee (beziehungsweise seit meinem 18. verstärkt Tee). Eine positive Auswirkung auf mein Langzeitgedächtnis konnte ich bisher noch nicht feststellen. Daher merke ich gerne immer wieder an, dass mein Kopf kein Sieb sein, denn darin würde zumindest etwas hängen bleiben. Andererseits, wer weiß, ob ich nicht schon völlig dement wäre, wenn ich gar kein Koffein zu mir nehmen würde.

Das so viel nicht gesund sein kann, weiss ich selber. Den „Point of no return“ habe ich allerdings schon längst überschritten. Versuche vor einigen Jahren, auf Tee und Kaffee zu verzichten, hatten sehr hässliche Nebenwirkungen. Diese Entzugserscheinungen brauche ich nicht, zumal sich Koffein eher positiv auf meine Leistungsfähigkeit auswirkt. Mit der Studie könnte ich dann so gesehen sogar begründen, warum ein Verzicht auf Koffein aus wissenschaftlicher Sicht unangemessen wäre.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren