Knut geht um

Wohnungen mit einem Balkon haben sowohl vor als auch nach Weihnachten einen entscheidenden Vorteil. Vor den Feiertagen kann man dort seinen Tannenbaum trefflich kühl lagern. Am Ende lässt sich über den Balkon der Baum entsorgen, ohne dass man einen zufällig vorbeigehenden Nachbarn erschlägt. Unabhängig davon fällt uns der Abschied vom Tannenbaum jedes Mal schwer. Auf dem Sofa sitzend betrachtet man die nunmehr kahle Stelle.

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Bei aller Sentimentalität gehören wir jedoch nicht zu den Menschen, die ihren Weihnachtsbaum bis Ostern stehen lassen. Es wäre auch beim besten Willen vergeblich gewesen, denn unser Baum hatte seine besten Tage bereits hinter sich. Die Zweig hingen bereits runter, die Nadeln sahen an einigen Stelle gelblich aus. Beim Abschmücken brachen dann einige Zweige einfach ab, weil die Tanne völlig ausgetrocknet war. Mich wundert das, denn in unserem Baumständer gab es genügend Wasser, welches den Baum hätte frisch halten sollen.

Möglicherweise haben wir ihn, trotz vorheriger Lagerung auf dem Balkon, nicht artgerecht gehalten. Oder aber so ein Baum mag keine Fußbodenheizung. Wie auch immer, für dieses Jahr gibt es da auf jeden Fall noch Optimierungspotential. Und nein, auch bei den horrenden Preisen für Tannen in Köln kommt mir kein Kunstbaum ins Haus.

Die Zeit bis zum Abtransport verbringt unser Ex-Baum in guter Gesellschaft anderer gefallener Weihnachtsbäume aus der Nachbarschaft. Einige von denen machen so einen frischen Eindruck, dass man fast versucht ist, seinen Baum einfach zu tauschen. Oder Weihnachten künftig ein paar Tage zu verschieben und viel Geld sparen mit einem gebrauchten Baum und reduzierten Süßigkeiten (bis zu 50 % nach den Feiertagen). Russische Mitbürger, die kleinen Sparfüchse, feiern ehedem am 6. Januar.

An den unseren Baum werden wir uns, wie in jedem Jahr noch lange erinnern. Weniger wegen der von ihm gemachten Fotos, sondern auf Grund der Nadeln, die sich noch Monate später finden.

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