Blogparade: Meine Lieblingstasse

Blogparade: Meine Lieblingstasse

Drüben beim Stefan gibt es eine Blogparade zum Thema Lieblingstasse. Am Textrand stehen sie schon, die Kaffee-Süchtigen und winken mit ihrem Porzellan. Zeit für mich, meine Lieblingstasse hervor zu holen.

teeschale_2014

Es ist, wie man vermutlich erkennt, keine Tasse, sondern eigentlich eine Schale. Genauer gesagt eine handgetöpferte japanische Teeschale. Wenn man sich diese etwas näher ansieht, erkennt man Unregelmäßigkeiten. Die Lasur im inneren der Schale sieht gebrochen aus. Das Ganze ist kein Versehen, sondern Absicht. Die Schale bringt die Ästhetik des Unperfekten zum Ausdruck. Da hinter steckt ein Stück Zen-Budhisumus, die Philospohie des Wabi-Sabi.

Aus der Schale trinke ich jeden Morgen meinen Tee. Das geschieht in Ruhe, da die Schale mit heißem Tee auch außen wirklich heiß wird. Auf diese Weise entschleunigt mich die Schale bereits am Anfang des Tages. Das Unperfekte der Schale erinnert mich daran, wie unglücklich man wird, wenn man nach Perfektionismus streb, dabei jedoch feststellt, lediglich menschlich zu sein. Hinnehmen, Grenzen erkennen und sein Glück auch in den kleinen Dingen finde — wie in einer Schale mit gutem Tee.

Man hält sie mit zwei Händen, trinkt seine Tee daraus und beobachtet, wie die Reste vom Tee über die Monate und Jahre hinweg in die feine Risse eindringen und der Schale einen Charakter des Gebrauchs verleihen.

So ist die Schale unverwechselbar. Kostbar auch für mich, weil sie so wie sie ist, nicht ersetzbar ist. Ein einmaliges Einzelstück. Ein solche Schale wird nur von Hand mit heißem Wasser ausgespült. Sie wird auch nicht verliehen, verlegt oder verschenkt. Es ist meine Lieblingstasse beziehungsweise Schale, die mich hoffentlich noch lange begleiten wird.

Für schnöden Kaffe reicht mir dann irgendeine Tasse.

7 Replies to “Blogparade: Meine Lieblingstasse”

    1. Eine Geschichte, nun ja, sie hat auf jeden Fall eine Vorgänger. Die abgebildete Schale habe ich vor knapp vier Jahre in Köln in einem Teegeschäft gekauft (in Köln wohnen ich auch erst ist seit vier Jahren). Es ist aber nicht meine erste Schale dieses Art. Vor über 20 Jahren kaufte ich mir auch so eine Schale. Bei einem Einkaufsbummel in Köln, in einem Teegeschäft. Beide Schalen habe ich, was mir es hinterher bewusst wurde, im gleichen Laden gekauft.

  1. Eine solche Lieblingstasse habe ich auch, sie hat mittlerweile schon einige Macken aber mich von ihr zu trennen niemals. Wie Du sagtest sie ist wie sei ist. Könnte meine Tasse reden hätte sie sicher vieles zu erzählen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren