Laien zahlen drauf

Als Laie in bestimmten Dinge hat man es mitunter im Leben schwer. Nicht jeder von uns ist Automechaniker und so ärgerten sich zu Beginn des neuen Jahrs zwei meiner Kollegen im Büro über die Preise, die sie für Reparaturen inklusive Ersatzteile zu zahlen haben. Mal eben rund 500 Euro für Kleinigkeiten nach den Feiertagen locker zu machen, so was tut weh. In der Rolle des unbeteiligten Nicht-Autobeseitzers fühlte ich mich daher wohl — leider wohl auch überlegen, was sich einen Tag später bitter rächen sollte. Auch ohne eigenes Auto gibt es genügend, was mal eben kaputt gehen kann.

wasserhahn_kueche_2014

Das Wasser in Köln ist bekanntlich gut, aber auch besonders kalkhaltig. Für Gerätschaften, die damit in Kontakt kommen, ist das pures Gift, jedenfalls in Bezug auf die Haltbarkeit. Wie gefährlich Kalk ist, weiss in Köln jedes Kind. Für die Zubereitung von Tee und Kaffee nutzen wir daher nur gefiltertes Wasser. Allerdings wird dies erst nach der Entnahme durch uns in einem bekannten Wasserfiltersystem von Kalk befreit. Die Armaturen haben daher herzlich wenig von dem Filtersystem, denn sie bekommen die geballte Ladung Kalk ab. Bisher haben wir daran keinen Gedanken verschwendet.

Seit ein paar Wochen lässt sich der schwenkbare Wasserhahn in der Küche nur noch mit Mühe drehen. Vorher wackelte der merkwürdige hin und her, was ich mit dem festziehen der Kontermutter behob (hey, ich bin ganz stolz auf mich, dass ich weiss was das ist und vor allem, mit welchem Werkzeug das besonders gut geht). Geholfen hat es nur zeitweise, denn das wirkliche Problem war ein anderes. Und da sind wir wieder beim Kalk.

Auch wenn es sich bei unserer Wohnung um einen Erstbezug handelte, war die Küche bereits drin, als Bestandteil der Musterwohnung. Diese Küche haben wir so übernommen. Die Armatur in der Küche war damit dann schon etwas älter und hat mehr vom Kalk abbekommen. Jedenfalls, am Sonntag Abend stand fest: das kann so nicht weiter drehen — zwei Becken, die sich einen Hahn teilen, benötigen einen schwenkbaren, funktionierenden Wasserhahn (mal abgesehen davon, wenn ich mir die Küche hätte aussuchen können, hätte es nur ein großes Becken mit Hahn in der Mitte gegeben). Gestern war dann ein Handwerker vom Fach da und hat sich das Ganze angesehen. Dem alten Hahn war nicht mehr zu helfen.

Das Problem, so der Handwerker, sei der Aufbau der Armatur. Der Kalk würde für das Drehgewinde, welche unter dem Sperrventil lag, ungünstig sein. Warten kann man diese Art der Armaturen nur mit Aufwand. Auch wenn wir uns schon mal mit einer Neuanschaffung abgefunden hatten, stand noch eine andere Entscheidung an. Die über Aussehen und Gestalt der neuen Armatur. Die dringende Empfehlung des Installateurs war, auf jeden Fall etwas zu nehmen, wo das Drehgewinde über dem Sperrventil liegt. Idealerweise etwas, wo sich nur der Hahn schwenken lässt. Auf Grund der Küchenfensters, an dem das Spülbecken steht, gab es zusätzlich noch das Problem mit der Bauhöhe des Wasserhahns. Schließlich lief das Ganze auf einen Kompromiss hinaus. Vom Design her gefällt mir der neue Wasserhahn eher weniger. Noch weniger allerdings gefällt mir der Preis, den wir für das Teil inklusive Montage bezahlt haben. Ganze 300 Euro. Das tut weh. Sicher, jeder möchte gut bezahlt werden. Ein Stundenlohn von 100 Euro ist auch in Köln eher üblich. Gespart hätte ich wohl nur, wenn ich kein Laie gewesen wäre und so eine Armatur hätte selber montieren können. Wie viele andere Sachen, die man wirklich im Leben braucht, lernt man so was allerdings nicht in der Schule.

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