Von Wanderern und Blindgängern

Die erste Wanderung im neuen Jahr, die erste mit unseren neuen Schuhen und der erste Ausflug 2014 in die Eifel führte am Donnerstag in die Eifel. Genauer gesagt startet unsere Wanderung um 10 Uhr in Euskirchen. Hinter dem Bahnhof ging es durch das Industriegebiet zum schöneren Teil unserer Route.

Gegen 13:30 Uhr explodierter in der Gegend, in der wir uns noch am Vormittag befunden hatten, eine Bombe. Ein Toter (der Baggerfahrer), 13 Verletzte und zahlreiche Sachschäden. Wäre unser Tag etwas anders verlaufen, später aufgestanden, die Bahn verpasst oder hätten wir Start- und Zielpunkt vertauscht — mehr als nur theoretisch hätten auch wir unter den Verletzten sein können.

Das Leben verläuft manchmal seltsam. Als Autor neigt man dazu, Zufälle für weniger wahrscheinlich zu halten. Bei einer fiktiven Geschichte ist man als Erzähler derjenige, der die Absicht hineinlegt, der den Figuren Dinge zustoßen lässt, die zufällig wirken, aber im Rahmen der Handlung ein Sinn haben (und auch haben müssen). In der Realität kann man sich darüber lange den Kopf zerbrechen, warum etwas so und nicht anders verlaufen ist.

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Meine Frau und ich sind auf jeden Fall dankbar, dass wir den Ausblick genießen konnten an diesem Tag, an einem Moment, wo wir von dem was passieren würde, noch nichts wussten. Weder von der Explosion noch von der Erschütterung haben wir, trotz gerade einmal 9 Kilometer Entfernung zum Unglücksort, nichts mitbekommen. Wir haben es erst hinterher aus dem Radio erfahren.

Unser Mitgefühl gilt auf jeden Fall den Angehörigen des Baggerfahrers und den Verletzen.

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