Schenken machte Freude

Zu den Dingen, die ich überhaupt nicht schätze gehörte es, mit einer Entscheidung konfrontiert zu werden, ohne vorher die Möglichkeit zu haben, darüber zu diskutieren. Vor allem, ohne die wirklichen Gründe zu erfahren. Entsprechend habe ich mich gestern aufgeregt. Aber der Reihe nach.

Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die gerne zwar auch gerne Geschenke boomt, vor allem aber auch besonders gerne schenkt. Für mich ist das Einpacken der Weihnachtsgeschenke ein Ritual. Zusammen mit einem Stapel Kartons, Klebefilm, Verpackungsmaterial und den zukünftigen Geschenken sitze ich spätestens anderthalb Wochen vor Weihnachten im Wohnzimmer auf dem Fußboden und packe ein. Häufiger kommt es dabei vor, dass das Geschenkpapier von mir so ausgesucht wurde, dass es zum Inhalt passt. Um es anderen leichter zu machen, sammle ich über das Jahr auf diversen Zettel meine kleinen und Größen Wünsche. Wenn sich jemand dagegen nur ein Gutschein oder Geld wünscht, kann ich das zwar akzeptieren, aber nicht nachvollziehen.

Geschenke müssen keinen großen materiellen Wert haben, es geht viel mehr darum, die Augen zum leuchten zu bringen, zu wissen, dass sich der Beschenkte freut. Das geht manchmal sogar ohne das der Beschenkte weiß, von wem etwas bekommen hat. Meine Frau und ich halte es seit Jahren schon so zu Nikolaus. Egal wo wir bisher gewohnt haben, in der Nikolausnacht schleichen wir durchs Haus und stellen den Nachbarn kleine Schokoladennikoläuse, goldene Rentiere oder ähnliches vor die Tür. Einige wissen vermutlich bis heute nicht, von wem das kam. Weder rechnen ich damit, etwas im Gegenzug zu bekommen noch erwarte ich es. Schenken einfach aus dem Herzen heraus.

Aus diesem Grund finde ich es auch schön, wenn man sich innerhalb der Familie beschenkt, auch wenn alle Beteiligten längst erwachsen sind. Es ist die Geste und ein Stück weit gehört es auch einfach zu Weihnachten für mich dazu wie der geschmückte Tannenbaum. Ohne das ich die Möglichkeit gehabt hätte, ein Veto einzureichen, wurde das jetzt vollständig abgeschafft. Nicht der Weihnachtsbaum, aber die Geschenke. Weder zu Weihnachten noch zum Geburtstag. Das finde ich mehr als schade. Glücklicherweise gibt es aber in der Familie noch die Rebellen, diejenigen, die sich nach wie vor gegenseitig eine Freude machen oder welche wie ich, die einfach trotzdem Päckchen packen und auf den Weg schicken. Dahinter steckt weder Boshaftigkeit noch sonst was.

Wie gesagt, ich schenke gerne und mir würde es fehlen, wenn ich darauf verzichten muss. Sollte der Trend aber Bestand haben oder weiter um sich greifen, werde ich mir für das nächste Jahr einfach eine Wichtelgruppe suchen, anonymes schenken praktizieren oder sonst was anstellen.

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