Zwei Wochen später

Zwei Wochen später

Mittlerweile haben wir Tag 14 des NaNoWriMo erreicht. Der Wordcount liegt inzwischen bei 31.184 Wörtern. Mein Mann im Ohr ist etwas ruhiger geworden, was teilweise wohl auch der Oralen Zugabe von Ginko-Tabletten zu verdanken ist.

Weite Teile meines Tages drehen sich, neben der regulären Arbeit, um den NaNoWriMo. Zum lesen des Kölner Stadt-Anzeigers komme ich wenn dann überhaupt nur noch abends. Andere Sachen überfliege ich nur, wenn ich sie überhaupt zu Kenntnis nehme. Dadurch fühlt sich mein Gehirn mittlerweile an wie eine ausgepresste Zitrone. Bedingt dadurch fehlen mir an manchen Tagen die Blogthemen. Natürlich habe ich eine große Vorratskiste, aus der sich etwas herausholen ließe. Die meisten Themen davon erfordern aber genau den Gehirnschmalz, der momentan für den NaNoWriMo benötigt wird.

Auf der anderen Seite jammere ich selbstverständlich auf hohem Niveau. Im Forum gibt es Autoren, die „Plottechnische Stopfwolle“ suchen, um Hilfe rufen weil sie nicht weiter kommen oder bereits das Handtuch geworfen haben. Bei mir läuft die Plotmaschine noch ohne Probleme weiter. Bei den letzten Kapiteln musste ich jedoch feststellen, dass nicht jede Szene sich dem Diktat von 1.670 Wörtern unterwerfen lässt. So sehr ich manche Handlungsstränge auch auswringe, über eine gewisse Anzahl Sätze komme ich nicht hinaus. Wichtig Einsicht dabei, gerade für mich und meine sehr systematische Planung, ist die, dass eine Szene dann zu Ende ist, wenn sie zu Ende ist. Über das Ende hinaus dran weiter zu schreiben, nur um die Wortzahl nach oben zu treiben, ist sinnfrei. Es macht nur mehr Mühe bei der Überarbeitung.

Dank Stufendiagram laufe ich auch nicht in Gefahr, kurz vor dem Ende des Novembers mit zu wenig Wörtern und einer angeschlossenen Geschichte dazustehen. Selbst wenn ich jetzt jedes verbleiben Kapitel mit nur der Hälfte der Wörter fülle, komme ich locker über die Ziellinie. Zumindest so lange ich nicht beim täglichen Pensum absacke.

An dieser Stelle stoße ich an eine kleine Schwierigkeit. Am besten kann ich schreiben, wenn ich mich pro Tag nur auf genau ein Kapitel konzentrieren muss. Mir gelingt es damit am besten, mich in das Setting hineinfinden, mit den Figuren zu spielen und den Plot zu einer runden Handlung zu vervollständigen. Genau so wichtig ist auch ein Wechsel des Point of view für mich von Kapitel zu Kapitel. Das sorgt bei mir für Abwechslung. Besonders schlimm ist es, wie ich heute morgen gemerkt habe, wenn mehrere Kapitel nahtlos ineinander über gehen. Dabei kommt nicht nur Langeweile auf, sondern ich neige auch dazu, Abkürzungen zu nehmen. Bei dem Folgekapitel wundere ich mich dann, wenn ich die Synopsis lese — große Teile davon wurden schon im vorherigen Kapitel abgefrühstückt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren