Tag vier — warum reden hilft

Tag vier — warum reden hilft

Der vierte Tag des NaNoWriMo. Und eigentlich hänge ich gedanklich noch am gestrigen Sonntag fest. Nicht nur, weil das Wetter da besser war. Oder ich im Stadtgarten saß, statt im Büro, wo es jetzt keine heißen Waffeln mit Sahne gibt.

Die Uhrzeit, zu der ich heute morgen aufgestanden bin, möchte ich auch lieber verdrängen. Nur in dem Umstand, von 5:30 bis 6 Uhr schon mal einiges für den heutigen Tag geschrieben zu haben, finde ich etwas Trost. Der Zähler dreht sich wieder ein paar Wörter weiter. Das Schreiben mit Editorial läuft sowohl auf dem iPad als auch dem iPad mini ganz gut — wichtig war hier, den Flugmodus zu aktivieren um Synchroniserungsfehler bei Funklöchern zu vermeiden. Ein paar Details stören mich allerdings noch an der Applikation. So fände ich klasse, wenn man die Statusleiste ausblenden könnte. Ab und an flackert das Display auch, Ursache dafür unbekannt. Unterwegs im Zug habe ich mir zum Vergleich noch mal Texkraft angesehen. Bei dem Programm gefallen wir spontan zwei Dinge. Die Möglichkeit, mit zwei Fingern die Textgröße zu verändern und natürlich das eingebaute Wörterbuch.

Aber das hat mit dem Nachmittag gestern eher weniger zu tun. Pünktlich wie im Western trafen sich diejenigen der Kölner NaNoWriMo-Nauten um 12 Uhr zum schreiben im Stadtgarten. Nach dem obligatorischen Vorgeplänkel konnte ich für mich zwei Stunden produktiv nutzen. Soweit ich es mitbekommen habe, ging es den anderen Anwesenden ähnlich. Anschließend begann der Plauderteil, zu dem noch weitere Schreiberinnen kamen (Schreiberinnen deshalb, weil es tatsächlich auch nur Frauen sind — Gerüchten zu Folge gab es beim Vortreffen letzte Woche auch weitere Männer, die aber wohl irgendwo zwischen zwei Buchseiten verloren gegangen sind).

Plauderei hört sich dabei negativer an, als es gemeint ist. Genauer gesagt ist der gegenseitige Austausch ist es ein wichtiger Bestandteil im November. Zu merken, dass es noch andere gibt, die sich den Wahnsinn antun. Nicht nur darüber im Forum zu lesen, sondern sie wirklich vor sich sitzen zu haben und gemeinsam Kaffee zu trinken. Sich über Plot und Probleme auszutauschen und festzustellen, welche Genre übergreifenden Gemeinsamkeiten es gibt.

Keiner der Anwesend hatte dabei schon über 10.000 Wörter geschrieben. Auch etwas, was mich beruhigte. Einfach normale Menschen zu erleben, die sich um so banale Dinge wie Abwasch kümmern müssen und die zeit zum schreiben mühsam irgendwo abknapsen.

Reden hilf auch deshalb, um sich Mut zu machen, weiter durchzuhalten. Allen Widrigkeiten zu trotzen. Damit kommen wir dann zu dem, was mir am heutigen Tag gefällt. Es sind nur noch 26 Tage bis zum Monatsende.

2 Replies to “Tag vier — warum reden hilft”

  1. Das kommt mir sehr bekannt vor. Drüber reden hilft mir in fast jedem Bearbeitungsstadium eines Romans. Meistens muss meine Familie herhalten. Ich wünsche weiterhin gutes Gelingen und werde die Entwicklung verfolgen!

    1. Danke :-) Ich lasse mich überraschen, wohin mich die Handlung führt. Auch wenn ich den gesamten Plot und das Ende kenne, gibt es immer noch Überraschungen für mich…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren