Tag eins mit Lampenfieber

Meine Zunge tut mir immer noch weh. In der Nacht, so vermute ich, habe ich wohl auf den hinteren Teil gebissen. Vor lauter Anspannung. Der erste Tag des NaNoWriMo ist immer etwas besonders. Auch beim für mich nunmehr vierten Mal. Immer wieder die eine Frage, die mich verfolgt: Bekomme ich ihn hin, den ersten Satz? Steht der erste Satz, füllt sich der Rest der Zeilen fast von alleine — zumindest hoffe ich das immer. Gerade mal 132 Wörter fehlen mir noch, um das heutige Tagesziel von 1.670 Wörter zu erreichen.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mit meinen Kräften zu haushalten. Keine Sprints einzulegen, sondern wie beim wandern in meinem Tempo voranzuschreiten. Andere Teilnehmer brauchen offensichtlich Word Wars, um voran zu kommen. Ob das sinnvoll ist, entscheidet jeder für sich selber. Meine Motivation kommt von innen. Der Plot des Krimis liegt vor mir, nicht geistig, sondern ganz real, dank des Stufendiagramms. Kraft schöpfe ich aus dem beruhigenden Gefühl, jede Szene bereits zu kennen. Das Ende ist für mich als Autor kein Geheimnis.

Schnell Wörter aneinander zu reihen, ist kein Ziel für mich. So was rächt sich meines Erachtens auch immer hinterher bei der Überarbeitung, wenn man erkennt, wie viel man von dem, was man geschrieben hat, löschen muss. Die einzige Konkurrenz, die ich benötige ist, der Wettlauf mit der Zeit. 25 Minuten auf dem Pomodoro-Timmer, macht zwischen 400 und 500 Wörter. Auf diese Weise kann ich mir die Etappen gut einteilen.

Zwischendurch ein Blick in das NaNoWriMo-Forum, um zu sehen, dass es tausenden von Menschen gibt, die genauso leiden, schwitzen und schreiben in diesem Moment. Jeder für sich, aber doch miteinander durch die Idee des NaNoWriMo`s verbunden. Genau das ist es eigentlich, was es für mich ausmacht, wenn ich im November schreibe.

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