Packt die Station

Die sogenannten Packstationen von DHL, die eine Zustellung von Paketen an einen Automaten, der rund um die Uhr erreichbar sein soll, ermöglichen, sind an sich eine gute Erfindung. Auch wenn ein leichter Beigeschmack bleibt, dass man ein Teil der Dienstleistung auf den Kunden verlagert.

Für Berufstätige, die nicht unbedingt das, was sie bestellt haben, einem Nachbarn anvertrauen wollen, ist das Modell Packstation eine gute Erfindung. Zumindest dann, wenn es funktioniert und Pakete nicht „in eine Filiale umgeleitet“ wurden, so dass man frühestens am nächsten Werktag an sein Paket kommt.

Gestern wurden von DHL E-Mails mit einem Hinweis auf geänderte AGB’s verschickt. Euphorisch heisst es darin, dass man ab dem 16.04.2012 einen Wunschort oder Wunschempfänger angeben könne, an denen die Sendung zugestellt würde, wenn man mal gerade nicht zu Hause sei. Genau dafür waren eigentlich die Packstationen konzipiert, fällt einem als erste spontane Reaktion dazu ein. Gemeint ist aber wohl die Möglichkeit, für den Fall, dass man nicht an eine Packstation, sondern an seine Privatadresse liefern lässt, einen Wunschort oder Wunschempfänger hinterlegen zu können, wenn man zufällig nicht zu Hause ist.

Bei regelmäßigen Nutzern der Packstation ist das nur dann der Fall, wenn man Artikel bestellt hat, die man persönlich entgegen nehmen muss. In so einem Fall nützt dann nur der Wunsch, zum Zeitpunkt der Zustellung selber zu Hause zu sein.

Damit wäre das Thema an sich erledigt, wenn DHL nicht noch selber in der E-Mail ein Beispiel geben würde, was denn ein Wunschort sein könnte:

Für die Serviceoption Wunschort geben Sie einen Ort bei sich zu Hause an. Dies kann z.B. Ihre Garage oder ein beliebiger anderer, von Dritten nicht einsehbarer Ort sein.

So was kann doch nicht ernsthaft gemeint sein, oder? Der Zusteller legt das Paket in die Garage oder vielleicht sogar hinters Haus, zu den Mülltonnen, wenn ich das wünsche. Eine sichere Zustellung ist das wohl kaum und dürfte weder im Sinne des Empfängers noch des Zustellers sein. Was, wenn von diesem „nicht einsehbaren Ort“ das Paket verschwindet? Wer übernimmt dann die Verantwortung für die verloren gegangene (oder geklaute) Sendung? DHL wird dann vermutlich den Standpunkt vertreten, dass der Empfänger schließlich den Zustellort ausgewählt hat. Prima. Und als Kunde habe ich nicht mal eine Garantie, dass die Sendung dort auch wirklich deponiert wurde.

Das Modell ist kein Kundenservice, sondern genau das Gegenteil davon. Es profitiert davon lediglich DHL, da das Unternehmen sich einen erneuten Zustellversuch oder die Einlagerung des Paketes in einer Filiale spart.

Kommentar verfassen