Vorlesen für Faule

Letzte Woche hatte ich an dieser Stelle eine Software für das iPhone vorgestellt, die sich hervorragend dazu eignet, eigene Texte aufzunehmen. Es gibt aber Situationen, wo man zusätzliche Hilfe benötigt.

Entweder weil man seine eigene Stimme nicht hören kann (will) oder aber weil der Text sich noch in einem ziemlichen Rohzustand befindet, so dass diese Form der Bearbeitung sich noch nicht anbietet. Denn eins sollte man beim selber laut lesen immer bedenken: es ist zeitintensiv. Für die erste Überarbeitung sollte man daher gut überlegen, ob man das auf sich nimmt.

Seit gestern sitze ich an der Überarbeitung meines NaNoWriMo-Romans aus dem letzten November. Nach dem ich im ersten Schritt dabei bin, alle neuen Notizen und das zusätzliche Recherchematerial auf- bzw. einzuarbeiten in mein Scrivener-Projekt, werde ich als nächstes den gesamten geschriebenen Texte lesen müssen. Um dabei schon mal den größten Blödsinn zu erkennen, würde sich das laute Vorlesen anbieten. Auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen würde ich dafür einen gehörige Menge Zeit benötigten. Besser wäre es, wenn mir jemand den Text vorlesen würde. Das ist keine sehr angenehme Aufgabe. Jeder Leser würde über die Fehler stolpern, die in der Rohfassung noch zahlreich vorhanden sind. Zudem gebe ich Rohfassung nur ungern aus den Händen. Mittlerweile habe ich jedoch eine passable Lösung gefunden.

Schon sehr lange ärgert es mich, dass die Text-to-Speech Funktion für Mac OS X nur englische Texte unterstützt. Sich damit einen deutschen Text vorlesen zu lassen, ist absolut sinnfrei. Gestern habe ich dann Tante Google bemüht, um nach eine Software zu suchen, die mir meine Texte vorlesen könnte. Dabei bin ich darauf gestoßen, dass es seit Mac OS X Lion die Möglichkeit gibt, zusätzliche Stimmen zu installieren. Unter anderem auch Anna, Steffi und Yannick, drei deutsche Stimmen. Das 1 GB große Sprachpaket für die Stimmen muss man sich jedoch nachträglich selber installieren.

In den Systemeinstellungen findet man unter dem Punkt „Sprache“ auch die „Sprachausgabe. Bei den angebotenen Systemstimmen gibt es im Rollmenü den Punkt „Anpassen“. Dort finden sich dann für viele Landessprachen zusätzliche Stimmen, die sich installieren lassen. Darunter auch die drei deutschen Stimmen.

Bei mir hat seit gestern Anna das Vorlesen übernommen. Manchmal gibt es zwar Wörter, bei denen man über die Aussprache schmunzeln muss, aber im Großen und Ganzen ist Anna eine passable Leserin. In Scrivener liest sie mir direkt den markierten Text, wenn ich über die rechte Maustaste das Kontextmenü aufrufe (Speech, Start Speaking). Bei anderen Dokumenten wie zum Beispiel PDF`s besteht die Möglichkeit, über „Dienste“ den gesprochenen Text zu iTunes hinzuzufügen. Auf diese Weise kann man sich aus seinem Text ein eigenes „Hörbuch“ machen, was sich auch unterwegs konsumieren lässt.

Für mich ist die Text-to-Speech Funktion eine echte Erleichterung bei der Überarbeitung. Mit Anna werde ich in nächster Zeit viel Zeit verbringen – ich denke allerdings nicht, dass sich meine Frau sorgen machen muss.

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