Stramm christliche Kinder

gilt gerade in dieser Zeit die heilige Verpflichtung, wiederum Väter und Mütter von Kindern zu werden.

Diese Worte wird wohl Marco Wanderwitz aus der Jungen Union nicht verwendet haben, also er sich für eine „solidarische Demografie-Rücklage“ ausgesprochen hat. Zahlen sollen diese Rücklage jene Frauen und Männer, die keine oder zuwenig Kinder habe.

Im Prinzip eine Bestrafung der Kinderlosen, die auch noch im Grundgesetz verankert werden soll. Ganz neutral, was bei diesem Thema äußerst schwer fällt, stellt man sich die Frage, wie so was in der Praxis überhaupt umgesetzt werden soll. Um ein solches Gesetzt gerecht zu machen, müsste es ausnahmslos für alle gelten, also auch für jene, die sich willentlich der Zeugung von Kindern verweigern. Vornehmlich also katholische Priester. Hinzu kommt, dass es auch Paare gibt, die aus biologischen Gründen keine Kinder bekommen können. Hier wäre es dann gerecht, wenn die ihre Zeugungsunfähigkeit dem Staat gegenüber nachweisen müssten. Im Prinzip wäre es auch denkbar, solchen Paare eine vereinfachte Scheidung anzubieten für den Fall, dass nur ein der beiden zeugungsunfähig ist. Homosexuelle Paare haben es, sollte das Gesetz Wirklichkeit werden, besonders schwer.

Unbeantwortet ist bisher auch, ob diese Regelung für alle Bürgerinnen und Bürger des Landes gelten soll, oder ob Ausnahmen angedacht sind. Es wird wohl kaum im Sinne der Jungen Union im Bundestag sein, wenn auch Mitbürger mit ausländischen Vorfahren das Gesetzt als Vorwand nutzen, sich fleißig zu vermehren. Vielleicht will Herr Wanderwitz aus dem Topf mit den „solidarische Demografie-Rücklagen“ ein Prämie für Migranten zahlen, die bewusst auf Kinder verzichten.

Bei Licht betrachtet ist der Vorschlag ein mutwilliger Versuch, den Geist des Grundgesetzes mit Füßen zu treten. Das man auch noch ohne rot zu werden fordert, das Grundgesetz zu ändern – es fehlen einem dafür die Worte.

Vielleicht wäre eine andere Abgabe dringend Notwendig. Zu entrichten von gewählten Mandatsträgern, mit denen das Geschichts- und Demokratiebewusstsein junger Nachwuchspolitiker gefördert wird. Hinsichtlich der Kenntnisse scheint es da meiner Meinung nach noch erheblichen Förderbedarf zu geben.

Eins noch: Das einleitende Zitat ist einem Brief von Heinrich Himmler am 28. Oktober 1939 entnommen. Er war auch Förderer des Lebensborn e.V., mit dem auch die Geburtenrate gesteigert werden sollte.

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