Die Frikadelle in der Mikrowelle

Die Frikadelle in der Mikrowelle

Das alte Rätsel, ob zuerst die Henne oder das Ei da war, wird nach und nach durch wirklich brisantere Themen abgelöst. Eines davon ist die Frikadelle in der Mikrowelle.

Unter Kollegen wird kontrovers darüber diskutiert, ob sechs Frikadellen in der Mikrowelle länger zum heiß werden benötigen als eine. Anhänger der Theorie des zeitlich gleichen Aufwands sind der Meinung, bei sechs Frikadellen handle es sich um ebenso viele geschlossene Einzelkörper, bei denen die Strahlung von der Oberfläche bis zum Kern die gleiche Strecke zurück legen muss. Nennen wir es die „Mallorca-These“, denn auch der Sonne dort ist es egal, wie viele Urlauber am Strand liegen. Unberücksichtigt bleibt dabei der unterschiedliche Bauchumfang, Hautbeschaffenheit und weitere Faktoren – es geht nur im ein plakatives Bild.

Die Gegenseite beharrt auf ihrer gegenteiligen Meinung, wonach die Dauer nicht nur von der Masse eines Objektes, sondern auch von der Anzahl der in die Mikrowelle geschobenen Objekte beeinträchtig wird. Demnach brauchen sechs Frikadellen bis zur vollständigen Erhitzung länger als eine. Die gleiche Menge Energie verteilt sich auf mehrere Objekte, so dass für ein einzelnes Objekt weniger Energie zu Verfügung steht. Das ganze könnte man auch als „Allein-essen-macht-satt-These“ nennen. Verteilt man die gleiche Menge Nahrung auf immer mehr Menschen, wird am Ende keiner satt.

Noch fanden keine Feldversuche statt, um die beiden Thesen zu verifizieren. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den beiden Parteien konnten bisher vermieden werden. Auf Grund er Brisanz der Fragestellung wäre aber zeitnahe Aufklärung sicher im Interesse aller. Vor allem deshalb, weil die Blauhelme hier im Büro doch etwas zu viel Platz wegnehmen.

2 Replies to “Die Frikadelle in der Mikrowelle”

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren