Tödliche Weihnachten (12)

Für Knutsen war das eine sehr unbefriedigende Aussage. Grönen wirkte aber gelassen.

„Die Belegschaft ist vermutlich erst nach Weihnachten wieder im Betrieb?“

„Die allermeisten sogar erst im neuen Jahr. Nur die Buchhaltung arbeitet zwischen den Jahren.“

„Und die kann man auf Grund ihrer Zuverlässigkeit auch alleine arbeiten lassen, während der Chef im Urlaub ist.“

„Worauf sie sich verlassen können.“

Grönen ließ sich die Namen der Personen geben, die in der Buchhaltung arbeiteten. Gegen halb acht am 27. Dezember wären sie laut Bergmann in der Firma anzutreffen. Bevor er gefragt wurde, teilte Bergmann Grönen auch noch seine Adresse in der Schweiz und seine Mobilfunktelefonnummer mit.

„Wenn was sein sollte, können sie mich erreichen. Als Täter werden sie mich kaum verdächtigen, aber ich werde bei Fragen zu ihrer Verfügung stehen. Und jetzt müssen sie mich entschuldigen, ich muss mich auf den Weg machen.“

„Fahren sie mit dem Wagen in die Schweiz?“

„Nicht doch Herr Grönen, nur zum Flughafen.“

Vor der Tür verabschiedeten sie sich. Bergmann brauste davon, während die beiden Polizisten noch ein kurzen Moment vor ihrem Dienstwagen stehen.

„Und, was meinen sie Knutsen?“

„Gar nichts mehr. Ich laufe ihn hinterher wie ein treuer Hund.“

„Schön dass sie sich schon so schnell bei uns eingelebt haben.“

Knutsen überließ Grönen die Schlüssel. Lust zu fragen, wo es jetzt hingehen würde, hatte er nicht. Eigentlich war es sein freier Tag.

„Das ist aber nicht der Weg zur Wache.“

„Gut erkannt. Ich bringe sie jetzt nach Hause. Da können sie sich noch einen schönen Tag machen.

„Würde sie mich bitte woanders absetzen?“

„Meine sie, ich weiß nicht, wo sie wohnen?“

„Meine Heizung ist defekt.“

„Also doch lieber zum Revier?“

„Am liebsten zum Strohalm.“

Der Strohalm war in Erfels eines jener Restaurants mit angeschlossener Kneipe, wo sich bei eher durchschnittlicher Kost ein bunt gemischtes Publikum traf. Vornehmlich Single tummelten sich dort zwischen den Feiertagen, was den Namen noch eine andere Bedeutung gab.

„Wenn sie meinen.“

Grönen wendet und setzte Knutsen später tatsächlich am Strohalm ab.

„Wir sehen uns am Dienstag wieder, dann können sie direkt zu Bergmann Holzspielzeug kommen, ich werde dort auf sie vermutlich wieder warten.“

Zwei Schläge. Nicht nur hatte Grönen mehr als angedeutet, dass sich Knutsen verspäten würden. Knutsen musste extra früh aufstehen, um zu Fuß zur Firma zu laufen. Mit Wucht schlug er die Tür des Autos von außen zu.

„Leck mich doch“, dachte er er. Erst als Grönen weg war, fiel ihm auf das er mal wieder nicht umgezogen war.

„Tach Bulle“, wurde er vorn Jürgen Rühmann schon an der Tür begrüßt.

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