Tödliche Weihnachten (11)

Bergmann machte eine Handbewegung Richtung Tür.

„Vielleicht sollten wir uns drinnen unterhalten.“

Er schloss ihnen die Tür auf und ließ die beiden Polizisten vorangehen. Das Licht drinnen ging automatisch an, weihnachtliche Musik schalte aus verborgenen Lautsprechern. In mehreren Glasvitrinen war Spielzeug aus Holz ausgestellt. Es gab sogar ein Polizeiauto aus Holz. Knutsen war eine interessierten Blick hinein.

„Fehlt nur noch eine Gruppe Demonstranten.“

Lachend kam Bergammn zu ihm rüber.

„Tatsächlich gibt es die sogar. Auch wenn es sie wundert, aber bei den Eltern unserer Zielgruppe sind die der absolute Renner?“

„Und die Kinder?“

„Leider fehlt den Figuren aus unserem Hause die Beweglichkeit der Konkurrenz aus Plastik. Wir wollten aber wohl nicht über das Geschäft reden, oder?“

„Kommt darauf an.“ Grönen gab sich geheimnisvoll.

„Bei ihnen hat ein Herr G. gearbeitet?“

„Was heisst hat gearbeitet, eigentlich arbeitet er hier noch immer.“

Knutsen wirkte etwas irritiert, kam aber nicht dazu, etwas zu sagen, da Grönen ihm mit zusammengekniffenen Augen ansah und weiter sprach.

„Haben sie ihm nicht im letzten Monat gekündigt?“

„Nein, wie kommen sie denn darauf?“

„Nun, er hatte ein Kündigungsschreiben dabei als wir ihn fanden.“

„Als sie ihn fanden? Hat er was angestellt?“

„Wie man es nimmt. Er ist tot.“

Trotz der Bräune konnte man sehen, wie Bergmann für einen kurzen Moment blass wurde.

„Tot? Wie ist das passiert?“

„Wollen sie wirklich die Details wissen?“

„Sie brauchen mich nicht zu schonen.“

„Er hat sich in seinem eigenen Auto eine Kohlenmonoxyd-Vergiftung zugezogen.“

„Wie war das möglich?“

„Er hat sich ziemliche Mühe dabei gegeben.“

Während Grönen Herrn Bergmann weitere Details des vermeintlichen Selbstmordes verriet, stand Knutsen lediglich daneben. Mit seinem Gespür hatte Grönen recht gehabt. Wenn Bergmann G. nicht gekündigt hatte, musste irgendwas mit dem Brief nicht in Ordnung sein.

„Sie haben nicht zufälligerweise das angebliche Kündigungsschreiben dabei?“

Grönen zog etwas hervor. Knutsen sah bewusst in eine andere Richtung. Das was Grönen da tat, war nicht in Ordnung. Er hatte einfach eines der Beweisstücke mitgenommen.

„Zeigen sie mal her.“ Bergmann nahm das in Folie verpackte Schreiben an sich.

„Sieht fast echt aus.“

„Fast echt?“ Knutsen drehte sich zu Bergmann um. „Was meinen sie damit“

„Nun, das Schreiben trägt zwar meine Unterschrift, aber die Formulierungen sind mit Sicherheit nicht von mir. Außerdem würde ich mich ja wohl daran erinnern, wenn ich Herrn G. wirklich entlassen haben sollte.“

„Wer, wenn nicht sie hat dann Hern G. gekündigt?“

„Das herauszufinden ist, wenn ich mich nicht irre, die Aufgabe der Polizei.“

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