Tödliche Weihnachten (3)

Knutsen versuchte der Frau so schonend wie möglich beizubringen, was passiert war. Noch auf der Türschwelle brach sie zusammen.

„Das kann nicht sein. Das kann nicht mein Mann sein.“

Wieder war es Knutsen, der ihr versuchte zu erklären, dass ein Irrtum ausgeschlossen war. Sie ließen sich ein Foto von Herrn G. zeigen. Nicht um sicher zu gehen, sondern um Frau G. durch eine Handlung etwas abzulenken. Ein kleiner Strohhalm der Hoffnung, von dem sie wussten, dass er kurze Zeit später weg brechen würde. Zumindest hatte sich Frau G. ein Stück weit wieder gefangen. Sie bat die beiden Polizisten in die Küche, schloss vorher die Tür zum Wohnzimmer. Knutsen konnte vorher noch ein Blick auf den geschmückten Baum werfen. Darunter lagen keine Geschenke. Er vermutet, dass Herr G. vorhatte, diese als Weihnachtsmann verkleidet zu bringen. Von Frau G. erfuhren sie, dass ihr Mann genau das vorgehabt hatte.

„Ist ihnen etwas merkwürdiges aufgefallen an ihrem Mann heute?“

„Nein, doch, warten sie. Als ich ihn nach den Geschenken gefragt hatte, wich er mir aus. Dabei wollte ich nur wissen, ob er sie schon gekauft hatte.“

„Ist Sven ihr einziges Kind?“

„Nein, er hat noch eine drei Jahre ältere Schwester, Vera. Sie ist oben in ihrem Zimmer.“

Die Frau konnte es immer noch nicht fassen. Ihr Mann, tot. Einfach so, am heiligen Abend. Knutsen sah das Weihnachtsessen, für welches die Frau lange in der Küche gestanden hatte. Roch die Suppe, die auf dem Herd stand und deren Geruch durch den Raum zog. Im Ofen befand sich ein Braten, der warm gehalten wurde. Vergeblich darauf wartete, vom Hausherren angeschnitten zu werden.

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