Nur eine Bombe

Nur eine Bombe

Eine verdächtige Sendung an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann enthielt eine funktionsfähige Briefbombe. Das liest man erstmal so und macht sich dann dazu seine Gedanken. Man kann das ganze ironisch sehen, wie die Titanic, oder auch pauschal verurteilen.

Richtig wäre aber eine Auseinandersetzung mit dem, was bei uns, den Bürgern in den Köpfen passiert. Ist es zuerst Schrecken oder Schadenfreude, frei nach dem Motto „da trifft es keinen Unschuldigen“? Sicher, es ist nichts passiert. Aber es hätte was passieren können. Spätestens dann verböte sich jede Form der Häme. Ein Mensch ist immer noch ein Mensch, egal was er getan hat oder wofür er unserer Meinung nach steht.

Wenn man länger über die Bombe nachdenkt, kommt man, sofern man sich nur außerhalb der normalen Moralvorstellungen befindet, zu einem Schluss. Es war ein feiger terroristischer Akt. Nichts anderes. Obwohl nichts passiert ist, ist die eine Briefbombe in jedem Fall etwas, was nicht nur eine einzelne Person trifft, sondern eine ganze Gesellschaft. Wer kann sich denn sicher sein, nicht selber Opfer einer solchen Bombe zu werden, weil er von einer Person oder Gruppe zum Feind erklärt wurde?

Gerade das ist noch um ein vielfaches Schlimmer als die Bombe selber. Ein Menschen wurde von jemanden zum Feind deklariert, den man bereit war zu töten, zu vernichten. Dazu hat niemand ein Recht.

4 Replies to “Nur eine Bombe”

  1. Machen das Staaten nicht die gesamte Zeit, erklären Staaten nicht die ganze Zeit andere Menschen zu Feinden und töten diese dann? Wenn dazu niemand das recht hat, dann dürfte es auf dieser Welt doch auch keine Kriege geben, kein Mord, keine Mienen, die irgendwo im Boden liegen und irgendwelche Menschen verletzen, darunter auch Kinder.

    Es gibt viele Dinge die nicht sein dürfen, die es dennoch gibt. Ist es von Ackermann nicht auch eine Art Mord, wenn er Menschen entlässt, obwohl die Deutsche Bank Gewinne macht? Hat Ackermann dadurch nicht auch Existenzen zerstört?

    Mord ist immer feige, da stimme ich dir zu. Niemand hat das Recht über das Leben eines anderen zu entscheiden. Aber wenn man schon verurteilt, dann muss man alle verurteilen.

  2. „Hat Ackermann dadurch nicht auch Existenzen zerstört?“

    Ich denke, dass man eine solche Frage nicht stellen sollte – man läuft damit Gefahr, Dinge miteinander aufzuwiegen.

    1. Man muss diese Fragen stellen, nicht um etwas gegeneinander aufzuwiegen, denn Gewalt ist immer falsch, aber um zu verstehen, warum dieser Hass entsteht.

    2. Warum der Hass entsteht. Ja, das ist eine berechtigte Frage. Dabei ist es aber wichtig, dass man nicht die sachliche Ebene verlässt. Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich bin nun wirklich kein Freund von Herrn Ackermann. Zudem weiss ich auch, für was er steht. Aber es gibt für mich einfach auch Grenzen. Und eine solche wurde überschritten. In so einem Fall sollte man alles vermeiden, was Öl ins Feuer gießt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren