Nur eine Bombe

Eine verdächtige Sendung an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann enthielt eine funktionsfähige Briefbombe. Das liest man erstmal so und macht sich dann dazu seine Gedanken. Man kann das ganze ironisch sehen, wie die Titanic, oder auch pauschal verurteilen.

Richtig wäre aber eine Auseinandersetzung mit dem, was bei uns, den Bürgern in den Köpfen passiert. Ist es zuerst Schrecken oder Schadenfreude, frei nach dem Motto „da trifft es keinen Unschuldigen“? Sicher, es ist nichts passiert. Aber es hätte was passieren können. Spätestens dann verböte sich jede Form der Häme. Ein Mensch ist immer noch ein Mensch, egal was er getan hat oder wofür er unserer Meinung nach steht.

Wenn man länger über die Bombe nachdenkt, kommt man, sofern man sich nur außerhalb der normalen Moralvorstellungen befindet, zu einem Schluss. Es war ein feiger terroristischer Akt. Nichts anderes. Obwohl nichts passiert ist, ist die eine Briefbombe in jedem Fall etwas, was nicht nur eine einzelne Person trifft, sondern eine ganze Gesellschaft. Wer kann sich denn sicher sein, nicht selber Opfer einer solchen Bombe zu werden, weil er von einer Person oder Gruppe zum Feind erklärt wurde?

Gerade das ist noch um ein vielfaches Schlimmer als die Bombe selber. Ein Menschen wurde von jemanden zum Feind deklariert, den man bereit war zu töten, zu vernichten. Dazu hat niemand ein Recht.

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