iHysterie

iHysterie

So, nun weiss es vermutlich auch der letzte Windows-Benutzer aus Hintertupfingen. Steve Jobs ist als Chef von Apple zurückgetreten. Der Meldung konnte man gestern und heute nicht entgehen. Keine Zeitung, kein Magazin, das nicht darüber berichtet hat.

Und natürlich brummte das ganze Internet von Meldungen. Muss man an dieser Stelle wirklich noch Senf dazu tun? Ich denke nicht. Man sollte, wie es so schön heisst, die Kirche im Dorf lassen. Bei all meiner Begeisterung für Apple-Produkte (und unter Berücksichtigung dessen, dass auch nicht immer als Gold ist, was aus Cupertino in die Welt gesandt wird) – man sollte nicht in Hysterie verfallen, wenn der Chef einer Firma zurück tritt. Selbst dann nicht, wenn sich Artikel wie zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung so lesen, als ob Job bereits tot ist.

Sollte das Wohl und Weh von Apple tatsächlich nur an einer Person hängen, dann hat diese ihren Job verdammt schlecht gemacht. Nach wie vor gilt das, was mir vor Jahren mal einer der Geschäftsführer einer größeren Firma gesagt hat: „Jeder sollte in einem Unternehmen ersetzbar sein, ich eingeschlossen.“

Apple wird auch über die prognostizierten nächsten fünf Jahre hinaus überleben. Auch wenn Jobs sterben sollte, wird es Apple überleben. Sicher, Jobs hat eine bestimmte Richtung mit bestimmt. Alle seine Verdienst kann man im zwar nicht hoch genug anrechnen, dennoch sollte man aber bedenken, dass nicht er es war, der iPod, iPhone oder iPad erfunden hat, sondern die vielen Mitarbeiter im Unternehmen.

Wer sich dran beteiligt, die iHysterie weiter anzufeuern, handelt entweder im vollen Bewusstsein dieser Tatsachen heraus, um der Firma zu schaden, oder aber ist einfach nur ignorant.

2 Replies to “iHysterie”

  1. Derzeit hat die Gerüchteküche an den Finanzmärkten Hochkonjunktur. Ich denke da insbesondere an die französische Großbank Société Générale (SocGen) und die US-Großbank Bank of America (BoA).

    Die iHysterie um iGod hast Du schön beschrieben und auf den Punkt gebracht. Obwohl ich keine Apple-Hardware und auch iTunes nicht nutze, so bewundere ich doch das gelungene Design und die Einfachheit der Benutzerführung bei diesen Produkten. An Steve Jobs bewundere ich, dass er auf sein Managergehalt verzichtete, als es Apple wirtschaftlich schlecht ging und er trotz Krankheit weiterhin das Unternehmen führte. Mir ist es ein Rätsel wie Jobs mit Bauchspeicheldrüsenkrebs mehrere Jahre noch leben und arbeiten konnte. Letztes Jahr starb mein Ex-Chef nach der Diagnose innerhalb eines Jahres trotz Therapien und ein ehemaliger Kollege dieses Jahr sogar schon nach wenigen Monaten.

    Steve Jobs ist – wie jeder – ersetzbar, gleichwohl ist sein Abgang als CEO für Apple ein Verlust.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren