Abschläge vorm Sommerloch

Der große Unterschied zwischen dem Sommer und unserer Bundesregierung ist, dass man ersteren ernsthaft vermisst, während das Ausbleiben von politischen Entscheidungen schon immer von Merkel und ihrem Hofstaat erwarte wurde.

Sofern Otto-Norma-Wählerin tatsächlich doch noch mal von einer Reform in der Zeitung ließt, kann es sich daher eigentlich nur um ein Missverständnis handeln. So wie aktuell bei der geplanten Steuersenkung, die groß angekündigt wurde. Der Arbeitnehmer solle wieder mehr Geld in der Tasche haben. Hoffentlich hat niemand ernsthaft damit gerechnet, dass dem auch so sein wird. Experten haben jetzt herausgefunden, wen die Steuersenkung tatsächlich entlastet. Die Spitzenverdiener, umgangssprachlich auch gerne mal als „die Reichen“ bezeichnet. Mittelschicht und einfache Arbeiter werden dagegen wenig profitieren. Im Gegenteil. Wenn man berücksichtigt, dass den Städten und Gemeinden die 7,9 Milliarden Euro, die der Staat verschenkt, irgendwo auch fehlen wird, heisst dann die Antwort auf lokaler Ebene: Einsparungen. Und die treffen, ganz klar, wieder den einfachen Bürger. Ehrlicher wäre es daher, nicht von einer Steuersenkung, sondern von einer Umverteilung zu reden.

Otto-Norma-Wählerin hat aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Wenn sie wenigsten die Suppe, die ihr die Bundesregierung eingebrockt hat, brav auslöffelt, glaubt sie, wird die Sonne hierzulande wieder scheinen. Ob das dann so ist, kann dagegen dem Spitzenverdiener egal sein, denn er kann sich auch in diesem Jahr einen Urlaub dort leisten, wo garantiert die Sonne scheint.

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