Standpunktbestimmung

Von Zeit muss man sich selber darüber klar werden, wo man eigentlich steht. Welche Position man in Bezug auf Themen einnimmt. Die Überschrift des Blogartikles konnte also schon fast zu einer eigenen Kategorie werden; oder einem Tag.

Nach einem allgemeinen Einstige direkt auf ins Thema, was diese Woche wieder durch die Medien ging. Im Bundestag ist es jetzt beschlossene Sache, die Präimplantationsdiagnostik in bestimmten Grenzen jetzt zu zulassen. Bei der Abstimmung war der so genannte Fraktionszwang aufgehoben – merkwürdig, dass das nur bei ethischen Fragen der Fall ist, aber das sei nur am Rande angemerkt.

Als Laie fragt man sich, was eigentlich Präimplantationsdiagnostik, kurz PID ist, was sie bewirkt etc. Die genauen biologischen Details, denke ich, sind dabei weniger spannend. Wichtig ist zu wissen, worum es geht. Auf den Punkt bringt das der SPIEGEL wie folgt:

Bei der PID werden Embryonen aus künstlicher Befruchtung in einem sehr frühen Stadium auf Erbkrankheiten oder Behinderungen untersucht. Bereits heute sind solche Tests an Embryonen aus dem Reagenzglas vor dem Einpflanzen in den Mutterleib erlaubt. Der Streit über die gesetzliche Regelung entzündete sich vor allem daran, was geschieht, wenn bei Embryonen Behinderungen und Erbkrankheiten festgestellt werden
Quelle: SPIEGEL ONLINE Präimplantationsdiagnostik

Hier könnte man eine ganz normale Kundenposition vertreten. Wer sich für eine küntsliche Berfuchtung entscheidet, „kauft“ damit eine Leistung ein, weil einem auf anderem Weg ein Kind verwehrt ist. Wenn das Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt wird, möchte man schließlich „einwandfrei Ware“ bekommen. Ist das ververflich? Kann man Eltern (egal in welcher geschlechtlichen Kombination) wirklich dafür verurteilen, wenn sie ein gesundes Kind haben wollen? Besonders dann, wenn die künftigen Eltern wissen, dass es bei ihnen selber die Anlage für eine Erbkrankheit haben, die sie aus verständlichen Gründen nicht an ihren Nachwuchs weitergeben wollen. Aus dieser Sicht ist die Position pro PID nachvollziehbar. Was anber ist mit den Embryos, die es „nicht geschafft haben“, die nicht „einwandfrei“ sind? Meiner Meinung nach ist das ähnlich gelagert wie eine Abtreibung. Da die Entscheidung gegen das werdene Leben sehr früh stattfindet und es sich letztendlich um einen Zellhaufen handelt, gibt es hier keinen Grund für Bedenken – zumindest dann, wenn man nicht auch noch Abtreibungsgegener ist.

Vom bisherigen Stand wäre ich also für die Präimplantationsdiagnostik. So einfach ist das alllerdings nicht, denn es gibt noch weitere Aspekte, die eine Rolle spielen. Bisher bin ich lediglich von Wunschkindern ausgegangen, es gibt aber auch noch einen anderen Grund für die PID im Zusammenhang mit künstlicher Befruchtung. Dann, wenn man Nachwuchs aus einem ganz anderen Grund plant: man möchte in gesundes Kind mit Top-Organen als Ersatzteillager für sein bereits vorhandes, krankes Kind. Ein Kind zu dem Zweck in die Welt zu setzen, dass es als Organgspender für sein Bruder oder seine Schwester dient. Mir kommt dabei die Galle hoch. Auch wenn es Eltern gibt, für die das die letzte Hoffnung ist, bleibt für mich die Frage, wie sie später ihrem Kind erklären, warum es geboren wurde. „Sorry Kleines, es war nicht aus Liebe zu dir, wir brauchten eine neue Niere für deinen Bruder“?

Das man Geschlecht oder bestimmter erblicher Eigenschaften des Kindes mittels PID auswählen kann, halte ich ebefalls für sehr bedenktlich. Es wird dabei eine Grenze überschritten, die der Mensch nicht überschreiten sollte. Das sehen die Gegener der PID schon richtig. Für mich ist das auch der entscheidene Schritt auf einem Weg, an dessen Ende Designerbabys stehen. Maßgenschneidert, frei von Krankheit, der perfekte neue Mensch. Traum der alten und neuen Herrenmenschen. Ich muss dabei auch immer an Gattaca denken. Die normal geborenen Menschen haben dann in so einer Welt keinen Platz mehr.

Wie also sieht jetzt mein Standpunkt aus? Meiner Meinung nach hat der Bundestag mehrheitlich eine richtige Entscheidung getroffen. Die begrenzte Zulassung der PID. Er hat klare Grenzen gesetzt, einen sehr engen Rahmen gezogen. Hoffen wir, dass es genau bei diesem Rahmen bleibt. Zugelassen ist die Präimplantationsdiagnostik nur dann, wenn

auf Grund der genetischen Veranlagung der Eltern eine schwerwiegende Erbkrankheit beim Kind oder eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich ist.
Quelle: wikipedia Präimplantationsdiagnostik, Deutschland

Das kann ich mit meinem Gewissen vereinbaren. Alles andere jedoch nicht. Insbesondere die Zeugung neuen Lebens zum Erhalten bestehenden Lebens würde ich gerne verboten sehen. Allerdings ist das auch eine Frage, die sher schwierig zu beantworten ist, wenn man selber keine Kinder hat und nicht in der Situation ist, wo es nur noch diese eine Hoffnung gibt, das Leben eines Kindes zu retten.

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