Mopp oder Wischmopp

Meine Güte, „Der Mopp ist weg!“ Nein, eigentlich ist er noch da. Oder sollte noch da sein. In jeder gut sortierten Buchhandlung, zum Beispiel bei Ludwig am Kölner Hauptbahnhof. Bei „Der Mopp ist weg!“ handelt es sich um einen DIN-A6 großes Büchlein aus dem Grafit Verlag mit einem kostenlosen Kettenkrimi.

Moment, warum sollte ein Verlag so was verschenken, wird man sich nicht ohne Grund fragen. Nun, es handelt sich dabei um Werbung (wobei ich finde, dass es das nicht ganz exakt trifft). Sechzehn Autoren des Verlags haben in entsprechend vielen Kapitel gemeinsam eine Geschichte geschrieben – zumindest war das wohl der ursprüngliche Plan.
Die Handlung des Krimis ist schnell erzählt. Der bekannte Fußballtrainer Peter Mopp wird nur mit Strapsen bekleidet in einem Bordell gefunden. Als die Polizei eintrifft, ist die Leiche jedoch verschwunden – ebenso das vermeintliche Opfer. Bis in die Schweiz hinein verlaufen die Ermittlungen von Polizei und Privatdetektiven.

Mit der Spur von Mopp verliert sich leider auch der Handlungsfaden etwas. Während man in den ersten Kapitel noch den Eindruck hat, dass sich die Autoren wie Ard, Wollenhaupt, Grenz und Eckert abgestimmt haben, wird es im weiteren Verlauf immer wüster. Für mich ist der Tiefpunkt das Kapitel 11. Wäre Lucie Felbbes Text eine Deutscharbeit, würde darunter „Thema verfehlt“ stehen. Das was sie geschrieben hat, besitzt nur einen wagen Bezug zum Fall und treibt die Handlung in keiner Weise voran. Da ich aber vor nicht langer Zeit einen ihrer Krimis gelesen haben, konnte ich ihre beiden Figuren wieder erkennen. Ich vermute mal, dass sie nicht die Einzige Autorin beim Kettenkrimi ist, die ihre Figur(en) verwendet hat für den Mopp-Fall.

Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selber beurteilen. Originell ist es ebenso wenig wie das Ende des Krimis. Gut gemeint und gut gemacht sind eben doch zwei unterschiedliche Dinge. Am Ende fragt man sich, ob der Kettenkrimi tatsächlich „eine spaßige Kostprobe ihres kriminellen Könnens“ gewesen ist. Wenn ja, weiss ich zumindest, bei welchen Krimis ich mir das Geld fürs Buch sparen kann.

Kommentar verfassen