Achtung Hauschlachtung

Noch rund sechs Wochen Zeit habe ich, um meine nächste Kurzgeschichte komplett fertig zu bekommen. Diesmal gibt es zwei Parameter, die bereits feststehen.

Zum einen soll sie im Bioladen spielen und zum anderen soll nur ein leichter Hauch von Krimi durch sie durchwehen. Dabei habe ich mir auch vorgenommen, wieder etwas mehr den Tonfall einzuschlagen, den ich bei „Altmetall am Altrhein“ hatte. Ein etwas einfachere Struktur, leichtere Sätze und leicht schrullige Figuren. Die werden trotz einer Lackierung, die etwas nach Klischee aussehen wird, nicht zu platt werden – zumindest hoffe ich das. Ein wie ich finden gutes Werkzeug, um sich ein Bild von seinen Figuren zu machen, sind die Fragebögen von Max Frisch. Unter anderem gilt es Antworten zu finde auf Fragen wie diese:

Wie heißt der Politiker, dessen Tod durch Krankheit, Verkehrsunfall usw. Sie mit Hoffnung erfüllen könnte? Oder halten Sie keinen für unersetzbar?

Gesetzt den Fall, Sie haben nie einen Menschen umgebracht, wir erklären Sie es sich, daß es dazu nie gekommen ist?

Es ist zwar mitunter anstrengend, die Fragen für jede Hauptfigur auszufüllen, aber der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall. Meine drei Charakter, die in der Kurzgeschichte auftauchen, kann ich mir mittlerweile ziemlich genau vorstellen. Auch wenn man nicht immer eine passende Antwort auf die Fragen hat, so fallen einen doch Dinge ein, die die Figur ausmachen, die ihr Entwicklung entscheidend geprägt hat, die sie antreiben.

Wer bis hier hin gelesen hat, wird sich wahrscheinlich wundern, wo denn der Bezug zum Titel geblieben ist. Geduld, der kommt noch. Im Alter von acht, neun Jahren war der kleine Thomas auch mal Zuschauer bei Schlachtung eines Schweines – was man alles erleben kann, wenn man im Verwandtenkreis Bauern hat. Viel davon ist mir nicht mehr in Erinnerungen geblieben, nur dass ich auch hinterher keine Probleme hat, Fleisch zu essen. Allerdings wird das nicht allen so gehen. Und damit kommen wir wieder zu meiner Bioladen-Geschichte. Wäre doch gelacht, wenn man nicht aus Kunden Vegetarier machen könnte, in dem man ihnen von einer ganz speziellen Form der Hausschlachtung erzählt. Davon sind zumindest zwei Angestellte im Laden überzeugt. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten – auch, weil noch ein gehöriges Stück Arbeit vor mir liegt.

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