Politischer Schluckauf

Laut Wikipedia hat der Schluckauf beim Menschen „den Zweck, die Lungenflügel vor dem Eindringen von Flüssigkeiten zu schützen, indem sich die Atemmuskulatur blitzartig zusammenzieht“.

Bei einem politischen Schluckauf zieht sich jemand blitzartig aus seinem Amt zurück, um ein wie auch immer geartetes Amt vor Schaden zu bewahren. So wie wie Schni schna Schnappauf, der bisherige BDI-Geschäftsführer. Im Zusammenhang mit dem, was Bundeswirtschaftsminister gesagt (oder nicht gesagt hat) und der Tatsache, dass dies an die Öffentlichkeit gelangte, ließ er verlauten:

Ich übernehme die politische Verantwortung für die Folgen einer Indiskretion, an der ich persönlich nicht beteiligt war, um möglichen Schaden für das Verhältnis von Wirtschaft und Politik abzuwenden.

Ein sehr eigenartiger Vorgang. Früher gab es in der Schule Lehrer, die haben statt dem Übeltäter unter den Schülern denjenigen bestraft, der ihn verpetzt hat. Der Rücktritt von Schnappauf wäre, um in diesem Bild zu bleiben, ungefähr so, als wenn der Lehrer statt dessen den Freund der Petze bestraft hätte.
Respekt, wie jetzt Herrn Schnappauf für seinen Rücktritt bekundet wird, verdient er dafür nicht. Ein Rücktritt ist keine Leistung. Statt seiner hätte Rainer Brüderle zurücktreten sollen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden – nach den Wahlen, wenn die FDP zweimal auf der Oppositionsbank gelandet ist.

Unabhängig davon ist es mittlerweile nicht mal wichtig, ob es ein „Protokollfehler“ war oder nicht. Schlimm genug, dass die meisten Wählerinnen und Wähler Brüderle ein solche Aussage durchaus zutrauen.

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