Schmückendes Beiwerk

Schmückendes Beiwerk

Als einfacher Bürger, der brav seine Steuern zahlt und der weiß, dass er im Falle von finanziellen Schwierigkeiten kein Rettungsfond bekommt, ist man fernab von Vorstandsetagen, die uns vorkommen wie eine fremde Welt.

Was die Alphamännchen dort auf den Fluren so denken, übersteigt unsere Vorstellungskraft. Nur gelegentlich gewähren sie uns über die Presse kurze Einblicke. Da werden dann schon mal Beträge, bei denen uns angesichts der Höhe der Atem stockt, als „Peanuts“ bezeichnet. Welches Bild die Manager, Vorstandsvorsitzende und Aufsichtsräte vom weiblichen Geschlecht haben, bekamen wir so jüngst von Herrn Ackermann zu hören.

In der obersten Führungsriege der Bank sei derzeit keine Frau tätig – jedenfalls nicht in leitenden Position, den Sekretärinnen werden die Herren sicher haben. Nicht ohne Bedauern stellte Ackermann dies fest, um sich dann zur folgender Aussage hinreißen zu lassen

Aber ich hoffe, dass das irgendwann dann farbiger sein wird und schöner auch

Schöner und farbiger durch Frauen? Ein eigenartige Vorstellung hat dieser Herr von der Deutschen Bank. Wer aber jetzt mokiert über das traditionelle Rollenverständnis, was in der Aussage mitschwingt, der greift zu kurz. Das Schlimme ist nicht das Frauenbild von Herrn Ackermann, dass vermutlich moderner ist, als so mancher derzeit glaubt. Wirklich schlimm ist das Menschenbild, was dahinter steckt. Er reduziert Menschen auf eine ganz bestimmte Funktion oder Eigenschaft. Frauen als schmückendes Beiwerk für den Konferenzraum. Das Zitat würde genauso passend, wenn es um Migranten gehen würde. Oder darum, ob man die Chefetage nach längeren Entscheidungsprozess renovieren wird.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren