Belastete Lebensmittel

Wieder ein Lebensmittel-Skandal. Mit Dioxin verseuchtes Futtermittel, vor dem Verzehr der betreffenden Eier wird gewarnt, auch wenn keine akute Gefahr besteht. Am Ende wird ein Schuldiger gefunden, vielleicht sogar verurteilt. Danach ist es für die nächsten Monate wieder ruhig.

Dabei vergessen wir, dass es unser Hunger nach billigen Lebensmitteln ist, die in letzter Konsequenz mit dazu führen, dass es immer wieder zu so genannten Skandalen in Bezug auf unsere Nahrung kommt. Der eigentlich Skandal ist jedoch die unwürdige Massentierhaltung sowie der enorme Preisdruck, dem Landwirte ausgesetzt sind. Solange wir nicht bereit sind, sowohl eine adäquaten Preis für unseren Lebensmittel zu zahlen als auch unsere Ernährungsgewohnheiten zu überdenken, wird es immer wieder zu „Verunreinigungen”, Panschereien oder sonstiges, der Gesundheit abträglichen Dingen kommen.

Sicher, es ist einfach, die menschliches Versagen oder Geldgier als Ursache zu bestimmen. Das ist aber eben nur eine Seite der Medaille. Der deutsche Bürger gibt rund 11 Prozent seines Einkommens für Lebensmittel aus. Weniger, als im europäischen Ausland. Wer billige Lebensmittel verlangt, bekommt auch genau solche. Statt echter Lebensmittel gibt es dann eben auch nur Nahrungsmittel aus Imitaten. Auch wenn an dieser Stelle foodwatch eine gegenteilige Meinung vertritt: es ist zu einfach, nur der Industrie die Schuld in die Schuhe zu schieben und sich auf den Standpunkt zu stellen, der arme Verbraucher würde an allen Ecken und Enden betrogen. Es wird übersehen, dass es sich beim Verbraucher um einen mündigen Bürger handelt, der großen Einfluss hat. Niemand zwingt ihn dazu, bestimmte Nahrungsmittel mit künstlichen Aromastoffen, ungesunden Fetten und Farbstoffen zu kaufen.

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