Belastete Lebensmittel

Belastete Lebensmittel

Wieder ein Lebensmittel-Skandal. Mit Dioxin verseuchtes Futtermittel, vor dem Verzehr der betreffenden Eier wird gewarnt, auch wenn keine akute Gefahr besteht. Am Ende wird ein Schuldiger gefunden, vielleicht sogar verurteilt. Danach ist es für die nächsten Monate wieder ruhig.

Dabei vergessen wir, dass es unser Hunger nach billigen Lebensmitteln ist, die in letzter Konsequenz mit dazu führen, dass es immer wieder zu so genannten Skandalen in Bezug auf unsere Nahrung kommt. Der eigentlich Skandal ist jedoch die unwürdige Massentierhaltung sowie der enorme Preisdruck, dem Landwirte ausgesetzt sind. Solange wir nicht bereit sind, sowohl eine adäquaten Preis für unseren Lebensmittel zu zahlen als auch unsere Ernährungsgewohnheiten zu überdenken, wird es immer wieder zu „Verunreinigungen”, Panschereien oder sonstiges, der Gesundheit abträglichen Dingen kommen.

Sicher, es ist einfach, die menschliches Versagen oder Geldgier als Ursache zu bestimmen. Das ist aber eben nur eine Seite der Medaille. Der deutsche Bürger gibt rund 11 Prozent seines Einkommens für Lebensmittel aus. Weniger, als im europäischen Ausland. Wer billige Lebensmittel verlangt, bekommt auch genau solche. Statt echter Lebensmittel gibt es dann eben auch nur Nahrungsmittel aus Imitaten. Auch wenn an dieser Stelle foodwatch eine gegenteilige Meinung vertritt: es ist zu einfach, nur der Industrie die Schuld in die Schuhe zu schieben und sich auf den Standpunkt zu stellen, der arme Verbraucher würde an allen Ecken und Enden betrogen. Es wird übersehen, dass es sich beim Verbraucher um einen mündigen Bürger handelt, der großen Einfluss hat. Niemand zwingt ihn dazu, bestimmte Nahrungsmittel mit künstlichen Aromastoffen, ungesunden Fetten und Farbstoffen zu kaufen.

One Reply to “Belastete Lebensmittel”

  1. Niemand zwingt die wohlhabenden Bürger dazu. Der Arbeiter oder Arbeitslose hat da kaum Spielraum und muss nehmen was billig ist. Mündigkeit würde da in einer Revolution münden..

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren