Innere Stimme

Offen gesagt habe ich mitunter Probleme damit, andere Menschen anhand ihrer Stimme zu identifizieren, was mitunter am Telefon zu peinlichen Situationen führen kann. Merkwürdig dabei ist jedoch ist die Sache mit den Synchronstimmen in Filmen. Zwar kann ich mir die Gesichter von den meisten Schauspielern nicht merken, oft genug kommt es jedoch vor, dass ich daran erinnere, welchen anderen Figuren der Synchronsprecher seine Stimme geliehen hat.

Gute Sprecher sind wichtig, nicht nur im Film. Eine fesselnde Stimme kann den Unterschied machen, ob ein Szene lebt oder absäuft, peinlich, überzogen wird. Wie lebendig selbst künstliche Figuren durch die richtige Stimme werden, Stelle ich derzeit bei Two Worlds II fest, das zum Beispiel mit Sprechern wie Dietmar Wunder (deutsche Stimme von Daniel Craig) und Ernst Meincke (Patrick Stewart) aufwartet.

Die Stimme ist wichtig, auch wenn man sie (zunächst) nicht kennt. Das gilt auch für Stimmen, die wie im eigentlichen Sinne nicht hören, sondern die in unseren Kopf projiziert werden. Nicht die innere Stimme der Vernunft, die manchmal in einer uns völlig fremden Sprache zu uns redet, ist nicht gemeint, sondern die Stimmen, welche zu uns aus Texten sprechen. Genau wie bei Filmen kann es dort passende Stimmen zu den Figuren geben ebenso unpassende Stimmen. Die Figur im Text oder Roman wirkt nicht auf uns nicht authentisch – ohne das wir mitunter genau sagen könnten, was uns stört.

Wenn Beschreibung, Handeln und Sprechweise der Figur nicht zueinander passen, führt das letztendlich dazu, dass das Erzählte unglaubwürdig wird. Die Stimme, die wir zu einer Person hören, sollte zu dem Bild, was wir uns von ihr gemacht haben passen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, zum Beispiel dann, wenn bewusst Widersprüche in der Figur hervorgehoben werden sollen.

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