Romane veröffentlichen

Wenn der erste eigene Roman fertig ist, steht man vor der Frage, was man jetzt mit dem Text machen möchte. Die meisten werden ihr Werk wohl gerne gedruckt sehen, wobei nicht jeder das Glück hat, sofort bei einem renommierten Verlag zu landen.

Welches Abenteuer man eingeht, wenn man mit seinem Manuskript einen Verlag sucht, kann ich derzeit nicht berichten, denn ich habe diesen Weg bewusst nicht eingeschlagen. Auch wenn in meinem ersten Roman viel Herzblut steckt, so ist es eben der erste Roman. Wer nicht ein absolutes Genie ist (das sind, wenn man ehrlich ist, die wenigsten), lässt man seinen ersten Roman besser in der Schreibtischschublade verschwinden. Genau so wie die nächsten beiden Schreibversuche. Wenn man Monate später erneut auf seine Texte drauf schaut, stellt man fest, dass dieser Ratschlag nicht wirklich verkehrt war.

Es kann aber auch sein, dass man unbedingt sein erstes eigenes Buch gedruckt sehen will. Dafür gibt es drei Möglichkeiten, von denen eigentlich nur eine empfehlenswert ist.

„Verlag sucht Autor” und ähnliche Versprechungen hat sicher der eine oder die andere unter uns schon mal gelesen. Solche Verlage versprechen, den Text des frisch gebackenen Autors wohlwollend zu prüfen und zu veröffentlichen. Tatsächlich wird das Buch auch gedruckt. Allerdings nur, nach dem man einen so genannten Druckkostenzuschuss gezahlt hat. Je nach dem, an welchen Verlag man geraten ist, kann das ein Betrag von mehreren Tausend Euro sein. Alternativ zur Beteiligung an den Druckkosten gibt es auch noch Anbieter, die von einem Autor die Abnahme einer festgelegten Menge von Exemplaren verlangen. Wenn man überhaupt von einem Vorteil sprechen kann, dann liegt er hierbei darin, dass man für sein Geld auch tatsächlich einen physikalischen Gegenwert bekommt. Wer aber nicht über einen sehr großen Freundes- und Bekanntenkreis verfügt, bleibt am Ende auf einem nicht geringen Berg an Büchern sitzen. Um es ganz deutlich zu sagen: Finger weg von „Verlagen”, die Geld von ihren Autoren verlangen! Autoren bekommen Geld, nicht umgekehrt.

Die zweite Möglichkeit, seinen Text für einen kleinen Kreis zu vervielfältigen, führt in einen Copyshop, von denen es selbst in kleineren Städten genügend gibt. Insbesondere in Universitätsstädten haben diese ein Angebot, dass sich auch an Studierende richtet, die ihre Diplom, Magister oder Examensarbeit kopieren und binden lassen wollen. Meine anfängliche Überlegung im November ging in diese Richtung, bis ich mir die meiner Meinung nach beste Alternative angesehene habe: Print on Demand.

Im Internet findet man eine reihe von Anbietern, bei denen man sein Werk drucken lassen kann. Dabei müssen die Kosten nicht höher sein als im Copyshop. Großer Vorteil bei Print on Demand ist das Endergebnis, den das kann je nach gewählter Option wie ein richtiges Buch aussehen. Aus einer Liste von in frage kommenden Anbietern

Habe ich mich nach längere Überlegung für epubli entschieden (trotzdem kann man mein Buch auch bei lulu kaufen, aber für den Eigenbedarf habe ich sieben Exemplare bei epuli drucken lassen). Ausschlaggebend für mich waren mehrere Faktoren: Kosten, Transparenz, Lieferdauer
In Bezug auf die Kosten gibt es bei epubli keine versteckten Position in der Kalkulation – auch nicht anfallende Gebühren für die Datenhaltung, was mir sehr sympathisch war. Transparenz, das sind für mich die einzelnen Schritte bei er Konvertierung der eigene Dateien in eine Druckvorlage. Bei epubli muss man sich dafür erstmal nicht mit einem Account anmelden, sondern kann seinen Dateien erstmal herumspielen und beobachten, wie sich bestimmte Einstellungen auf der Endergebnis auswirken. Rückblickend kann ich auch bestätigen, dass die Vorschau ziemlich genau das wiedergibt, was man nach dem Druck in den Händen hält.

Geliefert wurde bei epubli auch wie versprochen innerhalb von 10 Tagen, so dass ich mein persönliches Weihnachtsgeschenk für einen kleinen Kreis von Personen rechtzeitig in den Händen hatte. Dabei war ich von der Qualität des Drucks bei epubli positiv überrascht. Der Druck ist wirklich ausgezeichnet, ebenso wie die Verarbeitung. Fairerweise sollte ich eines dazu anmerken. Die Qualität der PDF-Datei, die man hochlädt, ist nicht unwichtig (was wohl für alle PoD-Anbieter gelten dürfte). Bei mir stammte das PDF nicht aus irgendeiner Textverarbeitung, sondern wurde sauber mit LaTeX gesetzt. Das ist zwar etwas aufwendiger, aber das Resultat spricht für sich. Falls Interesse besteht, stelle ich gerne meine Datei-Vorlage für das epubli Taschenbuchformat zur Verfügung – eine kurze E-Mail an mich reicht.

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