Kurzbesuch ohne Visum

Unbestätigten Gerüchten zufolge gibt es eine Mutprobe, die jeder Neu-Kölner absolvieren muss: mit einem eindeutigen T-Shirt nach Düsseldorf fahren und sich dort mindestens eine Stunde in der Öffentlichkeit aufhalten.

Zum Glück hat es heute nicht geregnet, da mich vermutlich bei meinem kurzen Besuch in Düsseldorf ein grausames Schicksal ereilt hätte. Verantwortlich dafür wäre dann mit Sicherheit mein neuer Regenschirm gewesen:

KlnerIn


Düsseldorf-Bilk ist mit Sicherheit die falsche Ecke für so einen Schirm. Wobei, wenn ich ehrlich bin, ist Düsseldorf-Bilk an sich auch die falsche Ecke. Kann auch an Düsseldorf liegen. Keine DB Lounge, kein Call-a-Bike – jedenfalls keins in Bilk. aber, immerhin, gibt es da ein besseres Einkaufszentrum als diesen verunglückten Versuch eines Einkaufszentrums am Limbecker-Platz in Essen.

Bilk Arcaden


Jetzt fragt man sich vermutlich, was mich dorthin getrieben hat. Zumal Köln nicht gerade arm an Möglichkeiten ist. Der Media Markt ist Schuld. Gut, den gibt es auch mehrfach in Köln. Nun, aber in dem in Düsseldorf arbeitet mein Bruder. Da ich ihn länger nicht gesehen hatte, mich eine Zugfahrt nichts kostet (außer Überwindung, wenn es nach Düsseldorf geht) und ich noch eine Festplatte für ihn hatte, war der Markt heute mein Ziel.

An der Information im Media Markt gab es dann etwas, was mich an den Zoll oder an Grenzbeamte der ehemaligen DDR erinnert hat. Da die Festplatte in den Besitz meines Bruders übergehen sollte, brauchte ich einen Eigentumsbeleg vom Sicherheitsdienst, damit hinterher mein Bruder nicht verdächtigt wird, die Platte geklaut zu haben. Klar ist das bei einer 80 GB Platte, die seit mindestens 5 Jahren nicht mehr im Handel verkauft wird, lächerlich.

Das Lachen bleibt einem aber im Hals stecken, wenn man die Platte zusammen mit etwas Schokolade liebevoll als geschenk verpackt hat und dann vor den wachsamen Augen des Sicherheitsdienstes alles auspacken muss. Schön ist das nicht. Dabei kann man sich nicht mal über Kundenunfreundlich aufregen, weil für die gibt es Schließfächer.

Ich muss meinen Bruder unbedingt noch mal fragen, ob in seiner Personalakte auch die Fingerabdrücke erfasst sind. Interessant wäre es auch zu wissen, was alles überwacht wird. Mit Sicherheit nämlich nicht nur die Kunden.

Kommentar verfassen