Ene men mu

Ene men mu

Ene mene mu und raus bist du. Das ist das Spiel, das derzeit wieder bei der SPD gespielt wird. Hauptdarsteller diesmal Thilo Sarrazin Wie der der Presse zu entnehmen ist, lehnt ein großer Teil der Bevölkerung den Rauswurf von Sarrazin aus der SPD ab, sondern. Gleichzeitig sinkt die SPD in der Gunst der Wähler.

Das Problem an der Sache aber ist, dass Gleiches auch passiert wäre, wenn sich die Parteiführung dafür ausgesprochen hätte, nicht gegen Sarrazin vorzugehen. Dann wäre es halt nicht ein angeblich rücksichtsloser Umgang mit einem Kritik gewesen, sondern eben verharmlosendes Verhalten mit einem Menschen, der sich durch seine Äußerungen sehr weit an den rechten Rand begeben hat.

Der SPD wäre vorgeworfen worden, durch ihr Stillhalten sich quais die Thesen von Sarrazin selber zu eigen zu machen. Wie man es dreht und wendet, die SPD kann in der Sache nur verlieren. Sie hat die Wahl zwischen zwei Optionen, die gleichermaßen schlecht erscheinen. Wie also das Dilema lösen? Die Entscheidung, Sarrazin aus der Partei auszuschließen ist sicherlich nicht leichtfertig getroffen. Es geht auch nicht darum, einen Kritiker mundtot zu machen. Wer solches behauptet, verwechselt die SPD offensichtlich mit einer stalinistischen Partei oder mit der SED. Zudem verbietet niemand in und außerhalb der SPD Sarrazin, weiterhin seine Meinung zu vertreten. Auch hat bisher auch weder Sigmar Gabriel noch sonst jemand aus dem Parteivorstand ein Todesurteil verhängt oder dergleichen.

Es geht also weder darum, jemand seinen Mund zu verbieten oder ihn „tot zu machen”. Worum es in der Sache geht, ist zu klären, ob die Werte, die Herr Sarrazin vertritt und für die er sich offen ausspricht, noch die Werte sind, für die die SPD steht.

Die SPD ist durchaus eine Partei der vielen Meinungen. Wir alle aber teilen gemeinsame Werte und Einstellung. Aus diesem Grund sind wir auch in derselben Partei. Sarrazin ist kein Abweichler, sondern jemand, der sich ganz bewusst von den Grundwerten der SPD entfernt hat.

Wer das Buch Deutschland schafft sich ab liest, wird darin mit Sicherheit Tabellen und Thesen finden, die sich nicht widerlegen lassen. Ebenso aber enthält das Buch Sätze und Schlussfolgerungen, die nicht haltbar sind. Es wurde, auch sprachlich, ganz bewusst eine Grenze überschritten.

Als Opfer taugt Sarrazin wohl kaum, auch wenn ihn nicht wenige jetzt als solches stilisieren wollen. Tatsächlich gehört zu den Opfern nicht nur die Wahrheit, sondern auch die Menschen, die friedlich in diesem Land leben und arbeiten – ob als Christ, Jude oder Moslem, mit oder ohne deutsche Staatsbürgerschaft.

Zu den Opfern gehören auch diejenigen, die angeblich dieses Land in den Abgrund ziehen. Die Menschen egal welchen Glaubens, die nicht so viel Glück wie Herr Sarrazin in ihrem Leben hatten. Die auf die Unterstützung durch andere angewiesen sind. Ihnen zu helfen gebietet uns unser sozialdemokratische Grundüberzeugung.

One Reply to “Ene men mu”

  1. So der Gabriel hat sich mal wieder zu Sarrazin gemeldet. In einem Interview sagte er: „Christian Wulff hat sich völlig zu Unrecht in die Entlassung Sarrazins aus dem Bundesbankvorstand eingeschaltet“ Natürlich frage ich mich, warum hat der Gabriel das nicht vor dem Rücktritt von Sarrazin gesagt. Das ist wieder typisch Politiker. Ich denke, er will nur davon ablenken, dass der Sarrazin nicht freiwillig aus seiner Patei will und der Gabriel damit ein Problem hat. Denn, wenn der Gabriel den Sarrazin aus der Partei wirft, dann arbeitet die SPD fleissig daran, bei der nächsten Bundestagswahl schlechter als die Grünen zu werden. Viel Spass dabei.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren