Letzter Tag in Bielefeld

Ein komisches Gefühl, so nach achtzehn Jahren. Heute ist mein letzter Tag in Bielfeld. So richtig bewusst wird mir das gerade in dem Moment, nach dem wir den 200sten Karton vollgestopft haben. Jetzt ist nur noch das wirklich nötigste zum waschen und anziehen morgen, so wie Kochkram für ein kleines Mal über.

Die letzten Tage waren ziemlich anstrengend gewesen. Ich bin heil froh, wenn das alles vorbei ist. Wobei nicht nur der Umzug morgen noch mal heftig wird, sondern auch das auspacken der Kartons in der neuen Heimat in Köln. So zufrieden wie ich mit der neuen Wohnung bin, sehe ich mich schon in den nächsten Osterferien die Kartons wieder einpacken. Keine besonders schöne Aussicht.

Kommen wir aber wieder zurück zu Bielefeld. Die Stadt, mit der ich nie so richtig warm geworden bin. Irgendwie habe ich das Gefühl, einfach nur hängengeblieben zu sein. Dabei habe ich mich schon in den letzten zehn Jahren seit dem ich beruflich ins Ruhrgebiet pendle, von der Stadt entfremdet. So ganz richtig ist das allerdings nicht, denn wenn ich hier nie zu Hause war, kann ich mich ja logischerweise auch nicht entfremden.

Sagen wir mal so. Ich habe mich in den letzten Jahren mit Bielfeld abgefunden. Tatsächlich hätte ich mir sogar vorstellen können, hier dauerhaft zu bleiben, denn einen Vorteil hat Bielfeld auf jeden Fall. Die Stadt ist übersichtlich und man hat alles in Reichweite. Das nützt jedoch nichts, wenn man hier keine Arbeit findet. Was mir schon zuvor nicht gelungen ist, hat bei Nadine auch nicht geklappt. Als ob Bielefeld gemerkt hat, dass wir nie aus vollen Herzen ja zu dieser Stadt gesagt hatten und uns verstoßen wollte.

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