Billig bis zum Letzten

Am vergangenen Wochenende hat sich Theo Albrecht für immer ausgecheckt. In aller Stille wurde er in Essen in einem eher schlichten Grab beigesetzt.

Unbestätigten Gerüchten zu Folge wurde sein Sarg aus einer alten Europalette gefertigt. Ebensowenig wird aus der Konzernzentral von Aldi bestätigt, dass es im Angebot von nächster Woche Grablichter geben wird.

Es darf wohl als Verdienst von Theo Albrecht und seinem älteren Bruder Karl gelten, dass sie einen günstigen Discounter in Deutschland aufgebaut haben, der mit seinen günstigen Preisen Generationen von Menschen geprägt hat. Dabei war das Prinzip Aldi kein Ersatz für fehlende Sozialpolitik, sondern Ausdruck einer Geschäftsphilosophie, die die beiden Brüder zu den reichsten Deutschen gemacht hat.

Die Frage, die sich aber stellt, ist der Sinn ihres Reichtums. In aller Abgeschiedenheit, fern der Öffentlichkeit hat Theo Albrecht gelebt. War er glücklich? Das kann wohl niemand so recht beantworten. Was nützt einem ein Leben in Geiz, wenn man am Ende nichts mitnehmen kann?

Billig macht nicht glücklich. Aldi hat es auch bisher nicht geschafft, den Menschen ein Lebensgefühl zu vermitteln. Das ist eher das Talent des ebenfalls sparsamen Schweden.

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