Gott will es?

Gott will es?

Zur gestrigen Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg ließe sich viel schreiben. Fehler wollen gefunden, Schuldige ermittelt werden. Im Vordergrund aber steht vor allem eins: Betroffenheit und Mitgefühl. Mitgefühl mit den Verletzten und den Angehörigen der Opfer. Wie viele Tote es gegeben hat, ist dabei nebensächlich. jeder Tote ist einer zu viel.

Gestern Abend im Wort zum Sonntag hat Michael Broch sehr treffende Worte gefunden:

Zuerst gilt es den Opfer zu gedenken und unser Mitgefühl auszusprechen den Angehörigen, den Freundinnen und Freunden. […] Was wir können, ist all die Fragen, Klagen und den Schmerz vor Gott hinzutragen und Menschen zu haben, die in der Not beistehen.

Ganz anders dagegen sind die Äußerungen von Eva Herman bei Kopp Online. Allein der Titel Ihres so genannten Artikels ist erschreckend: „Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg”

Was dann kommt, ist an Polemik und Menschenverachtung nur schwerlich zu überbieten:

Dieses „friedliche Fest fröhlicher junger Menschen” ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW.

Herman steigert sich in ihrer Verblendung soweit, dass für sie nur noch ein Fazit möglich ist:

Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen.

Es war laut Hermann also Gottes Wille, durch die Toten dafür zu sorgen, dass nie wieder eine Loveparade stattfindet.

Man muss nicht unbedingt ein Freund der Loveparade sein, um solche Äußerungen dahin zurück zu weisen, wo sie herkommen: an den rechten Rand der Gesellschaft.

3 Replies to “Gott will es?”

  1. Ich habe mir den Artikel noch nicht durchgelesen, also den von der Hermann, aber wenn die das wirklich so gesagt hat, dann sollte sie wirklich nicht mehr für ernst genommen werden.

  2. @Sven: Sie hat es wirklich so geschrieben. VErlinkt habe ich den Artikel nicht, denn sonst müsste ich mich von dem, was hinter dem Link steht, distanzieren. Die Seite, auf der ihr text steht, ist mir auch nicht geheuer.

  3. „nicht geheuer“? Schön formuliert. Die ganze Seite ist großer Humbug; mein Browser hat aus Schutzgründen die Anzeige der Seite nach wenigen Augenblicken verweigert, bevor meine Hirnzellen die Flucht durch meine Nasenlöcher antreten konnten.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren