Pfuschpolitik der Leberwürste

CDU und Grüne sind in Hamburg mit ihrer Schulreform am Willen der Bürger gescheitert. Leider muss man dazu sagen, denn die Einführung einer Gemeinschaftsschule hätte Vorbildcharakter auch für andere Bundesländer gehabt.

In Nordrhein-Westfalen versucht die rot-grüne Regierung auch einen neuen Kurs in der Schulpolitik einzuschlagen und das einzuführen, was längst fällig ist: eine auf sechs Jahre verlängerte Grundschulzeit.

In der Erziehungswissenschaft ist schon seit Jahren bekannt, dass sich eine längere gemeinsame Lernphase positiv auf die Schülerinnen um Schüler auswirkt. Gerade die so genannten Spätentwickler profitieren davon.

Machen wir uns nichts vor: die Grundschule ist in NRW die Schulform mit dem grössten Leistungsdruck. Innerhalb von vier Jahren müssen sich die Kinder nicht nur in das System Schule einleben, sondern werden gegen Ende der Grundschulzeit auch noch nach Schulform sortiert, für die sie angeblich geeignet bzw. nicht geeignet sind.

Das die Grünen mit der SPD zusammen die gemeinsame Lernzeit verlängern wollen, ist richtig. Aber auch sehr mutig, denn der Kampf gegen verkrustete Schulstrukturen ist immer auch ein Kampf gegen Windmühlen, wie das jüngste Beispiel in Hamburg wieder zeigt. Ängste und Vorurteile lassen sich leicht schüren.

Das die CDU in NRW jetzt Stimmung macht gegen eine Schulteform, die sie in Hamburg selber mittragen wollte, ist mehr als peinlich. Es zeigt wieder einmal, dass es der Partei nicht um eine bestimmte politische Richtung geht, sondern einzig und allein um Regierungsmacht. Die hat sie in NRW bekanntlich verloren. In der Schulpolitik sieht die CDU jetzt eine Möglichkeit, die Minderheitsregierung von rot-grün vorzuführen.

Hoffen wir mal, das die Menschen im Land nicht so dumm sind, sich für diese Sache vor den Karren spannen zu lassen.

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