Public Jungselle

In der Regel passieren einem so Dinge wie ein Junggesellenabschied nur einmal im Leben. Freunde sorgen dafür, dass man diesen Tag auch niemals vergisst. Im Zeitalter von Youtube, flickr und insbesondere Google gibt es sogar eine Garantie darauf.

Sichtbar für alle wird man zum Narren gemacht. Ich für meinen Teil bin sehr froh, dass der Kelch an mir vorüber gegangen ist und ich dennoch über 10 Jahre verheiratet bin. Es geht also auch ohne öffentliches blamieren.

Andere sind jedoch sehr schmerzfrei. Ob Männlein oder Weiblein, nicht nur die Anzahl der Abschiede vor Publikum nimmt zu, sondern parallel dazu fällt die Schamgrenze immer weiter nach unten. Wer sich peinliches ersparen will, macht am besten einen großen Bogen um verdächtig aussehende Gruppen. Untrügliches Erkennungszeichen sind eindeutige T-Shirts oder einheitliche Kostümierungen (außerhalb der Karnevals- und Kegelklubzeiten).

Allerdings gibt es auch rühmliche Ausnahmen, die so stark an die niedren Instinkte appelieren, dass man nicht anders kann als zumindest fasziniert zu zu sehen – wenn auch mit einem gewissen Ekel vor sich selbst.

Am Samstag in Köln wurde vor der Hohenzollernbrücke am Museuem ein armer Mitdreißiger von seinen Freunden (unklar, ob das hinterher immer noch seine Freunde sind) an den Pranger gestellt. Das mit dem Pranger ist dabei wörtlich zu nehmen, denn die arme Wurst hatten sie an einen Laternenmast auf einem Vorplatz gekettet, der gut einsehbar von divesen Aufgängen zu sehen war. Neben ihm stand jemand mit einem Schild. Das was draufstand, wurde noch mal von einem anderen auf einer Ebene höher wiederholt:

Wasserbomben ein Euro!

Zahlreiche Schaulustige hatten sich eingefunden von denen nicht wenige bereitwillig einen Euro eintauschten. Die anfänglichen Schmährufe machten die Sache für den angehenden Bräutigam nicht besser.

Wie gesagt, ich mag solche Abschiede nicht. Aber die Idee mit den Wasserbomben sollte ich mir merken. Nur mal so für den Fall, dass ich einen Freund zu viel habe.

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