Krisenhühner

Das selbst die Bahn höherer Gewalt ausgeliefert ist, wird niemand bestreiten. Wenn sich jemand, wie heute in Rheda-Wiedenbrück, vor den Zug wirft, ist das ein bedauerlicher Unfall, der zu Zugverspätungen und – ausfällen führen kann.

Heute morgen in Bielefeld jedenfalls ging nichts mehr. Die Strecke nach Hamm war in beide Richtungen gesperrt. Im Bahnhof stand eine riesige Gruppe Menschen, die beruhigt und vor allem mit Informationen versorgt werden wollte. Für die Urlaubsreisenden, die ihr Flugzeug bekommen mussten, ging es zudem um die Frage, ob der Urlaub „auf unbestimmte Zeit“ ins Wasser fällt.

Die Mitarbeiter der Bahn am Informationsstand waren in ihrer Aufgeregtheit darum bemüht, noch mehr Verwirrung zu stiften. Das eine Eurobahn (Privatbahn) nach Hamm fuhr, wurde verschwiegen. Statt dessen wurden alle Reisende nach draußen verwiesen, um auf Busse zu warten, die sie nach Neubeckum bringen sollten. Eine Taxifahrt auf dieser Stecke hätte zum Fahrpreis von 120 Euro eine Stunde gedauert – sehr eigenartig, wenn man in einer Stunde mit dem Auto in Dortmund ist.

Nur wenige hatten heute morgen noch Glück und befanden sich auf dem Bahnsteig vier, als der um 10 Minuten verspätete IC Allgäu eintraf und problemlos an der Streckensperrung vorbeifuhr. Viele leere Plätze zeugten davon, dass sich bei der Abfahrt des Zuges in Bielefeld immer noch der grösste Teil der Reisende vor dem Banhof befand. Darunter offensichtlich auch diejenigen, die ab Bielefeld reservierte Plätze hatten. Eine Durchsage, dass dies die nächste Reisemögluchkeit Richtung Hamm und Duisburg sei, gab es nicht.

Noch größeres Pech hatten die Bahnfaher, die von eifrigen Mitarbeitern der DB auf den Weg nach Osnabrück geschickt wurden, „weil von da aus die Züge Richtung Hamm fahren“.

Unfälle passieren. Das die Bahn aber nicht dazu lernt und kein adäquates Krisenmanagment für solche Fälke hat, unkundige Mitarbeiter die Sache sogar noch schlimmer machen, ist unverzeilich.

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