Spanien spielt ums Öl

Für die Arbeitnehmer in der deutschen Fußballnationalmannschaft gibt es eine gute Nachricht. Der letzte Spieltag der WM 2010 in Südafrika ist frei.

Wem das jetzt irgendwie spanisch vorkommt, liegt nicht ganz falsch. Den Pokal nach Hause nehmen wird auf jeden Fall die Mannschaft, aus deren Land wir immer das wässrige Gemüse beziehen.

Für die deutschen Fans jedenfalls ist die Partystimmung vorbei. Die vereinzelt gestern Abend noch zu hörenden Vuvuzelas klangen daher auch eher wie weinende Elefanten. Der allgemeinen Katerstimmung wird dann schnell die Ernüchterung folgen, wenn den Ex-Fans klar wird, was die Bundesregierung während ihrer geistigen Abwesenheit an Grausamkeiten beschlossen hat.

Ebenfalls wieder im Alltag bemerkbar machen wird sich die Ölkatastrophe. Urlaub im Golf von Mexiko bietet sich nur dann an, wenn man auf Katastrophentourismus steht. Das Ölleck, aus dem immer noch täglich neun Millionen Liter fließen, wird sich aber noch anderweitig auswirken. Öl wird knapper und teurer.

Vielleicht sollte bei der nächsten WM nicht um einen schnöden Pokal, sondern um Öl gespielt werden. Während das Siegerteam ordentlich viel Barrel nach Hause schleppen darf, müssen die Verlierer dann ran an die Strände, Vögel putzen und die anderen Überbleibsel des letzten Öllecks beseitigen.

Die nächste Katastrophe kommt bestimmt. Das weiß man nicht nur in der Ölindustrie, sondern auch beim deutschen Fußballverband.

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