Klimawandel in der CDU

Die Folgen des weltweiten Klimawandels lassen sich besonders gut in der Arktis beobachten. Das Eis schmilzt, Eisschollen driften auseinander. Die Lage in der CDU ist ähnlich.

Zwar würde niemand auf die Idee kommen zu behaupten, dass in der CDU das Eis schmilzt. Eher im Gegenteil, denn das Klima wird nach dem Drama „Bundespräsidentenwahl” zunehmend frostiger. Was aber passt in der Partei, ist das Auseinanderdriften.

Außenstehenden bekommen mitunter den Eindruck, dass die einzelnen Mitglieder in der Partei mehr trennt als verbindet. Auch wenn ihr zunehmend die Zustimmung wegbricht, bleibt Angela Merkel an der Spitze. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen ist es das Fehlen von Alternativen. Die Frau hat frühzeitig Konkurenten beiseite geräumt. Den letzten hat sie am vergangenen Mittwoch im dritten Wahlgang Schachmatt gesetzt. Der andere Grund ist die Niebelungentreue der CDU gegenüber ihrer Kanzlerin.

Auch wenn man böse foulte, so dürfte den meisten klar sein, dass sie derzeit ohne Merkel noch schlechter dran wären. Zumindest ist dieser Restglaube die letzte Verbindung zum Festland, um im Bild mit dem Eis zu bleiben.

In der Süddeutschen Zeitung ist heute zu lesen, dass Merkel sich ihrer Partei wieder annähern will. Passender wäre der Titel gewesen „Mutti umarmt ihre Kinder” Die Kinder, die ungezogen waren und Wulff nicht im ersten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt haben. Auch die Kinder, die ihr Sparpaket kritisieren. Da das allein nicht reicht, liesst Mutti ihnen noch die Gruselgeschichte von der rot-rot-grünen Koalition vor.

Ob das hilft, ist fraglich. Schliesslich ist Frau Merkel zu ungeschickt ehrlich, sich die Kritik der Arbeitgeber mit dem Hinweis zu verbitten, sie seien ja schließlich bei den Gesundheitsbeschlüssen relativ verschont geblieben.

Als Abgeordneter der CDU muss man schon tief überzeugter Christ sein, wenn man dafür in seinem Wahlkreis die Wange hinhält.

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