Arbeiterkinder sind dümmer

In Deutschland müssen Arbeiterkinder einfach dümmer sein als die Kinder von Akademikern. Das die Kinder von Akademikern eine fünfmal höhere Chance haben, eine Gymnasium zu besuchen, ließe sich so plausibel erklären.

Die andere, viel unbequemere Option wäre, dass wir es in diesem Land in den vergangenen 60 Jahren nicht geschafft haben, Chancengleicht herzustellen. Das es immer noch so ist, dass Herkunft, soziales Milieu, entscheidend sind für den Bildungsweg, den ein Kind einschlagen wird.

Wenn Arbeiter und ihre Kinder von Natur aus einfach dümmer sind, dann wäre es sehr einfach, sich mit dieser Tatsache abzufinden. Niemand müsste sich entschuldigen, keine Rechtfertigungen wären nötig. Wer noch weitergeht, könnte sogar behaupten, dass das Schicksal genetisch vorbestimmt ist.

Als aufgeklärte Menschen, die wir gerne sein wollen, glauben wir solchen Unfug selbstverständlich nicht. Daher bleibt und nur das bittere Fazit, dass Gesellschaft und Politik versagt haben. Versagt haben gerade beim wichtigsten Zukunftsthema, der Ausbildung und dem Lebensweg unserer Kinder.

Nicht nur im Namen der sozialen Gerechtigkeit, nicht nur zur Sicherung der Überlebensfähigkeit dieses Landes, nein vor allem um ihrer selbst sollten wir uns allen Kindern in diesem Land zuwenden. Jedes einzelne sollte so gefördert werden, dass es die gleichen Chancen hat. Wer fragt, was das den kosten wird, der sollte sich zutiefst schämen. Wollen wir soziale Gerechtigkeit wirklich in Geld messen? Das wäre weder menschlich noch christlich.

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